Oberwil-Lieli
«Vision Birchhof» sucht Genossenschafter

Eine Hofgenossenschaft will Leute zum Verzehr und gemeinsamen Anbau von Bio-Gemüse bewegen. «Vision Birchof» nennen die Vorstandsmitglieder Roger Gündel, Irene Lutz, Barbara Ulrich und Sabrina Dreher das Geschäftsmodell.

Lukas Schumacher
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Irene Lutz und Roger Gündel lancieren ein Geschäftsmodell mit Arbeitseinsätzen für Konsumenten von Bio-Produkten. sl

Irene Lutz und Roger Gündel lancieren ein Geschäftsmodell mit Arbeitseinsätzen für Konsumenten von Bio-Produkten. sl

Der Bio-Betrieb Gemüsebau und Gärtnerei Birchhof in Oberwil-Lieli setzt auf einen neuen Ansatz. Zwar verkaufen Inhaber Roger Gründel und seine Leute Saisongemüse nach wie vor dreimal wöchentlich auf dem Markt in Zürich.

Auch können Kunden weiterhin im Hofladen vorbeikommen und sich eindecken mit biologisch gezogenen Rüebli, Zucchetti, Tomaten und weiteren saisongerechten Gemüse- und Salatsorten.

Neu im Angebot steht ein dreiteiliges Geschäftsmodell mit Gemüselieferung, Mitarbeit im Betrieb und Genossenschaftsanteilscheinen.

«Ohne Herbizide und Fungizide»

«Vision Birchof» nennen die Vorstandsmitglieder Roger Gündel, Irene Lutz, Barbara Ulrich und Sabrina Dreher das Geschäftsmodell und ihre kürzlich gegründete Hofgenossenschaft. Sinn und Zweck ist die Mithilfe der Genossenschafter beim biologischen Gemüseanbau samt Gemüselieferungen an den Wohnort der Genossenschafter.

Selbstverständlich habe «Visoin Birchhof» einen betriebswirtschaftlichen Aspekt, sagt Roger Gündel. Viel wichtiger sei aber, den Genossenschaftern sowie allen interessierten Leuten Einblicke in den biologischen Anbau zu vermitteln.

«Ohne Herbizide und Fungizide zu produzieren», erläutert Gündel, «bedeutet Mehrarbeit und erklärt auch, weshalb der Preis fürs Bio-Gemüse rund doppelt so hoch ist wie jener fürs konventionell gezogene Gemüse.»

Irene Lutz fügt hinzu, dass der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel bekömmlichere Produkte ohne irgendwelche Rückstände ermögliche.

Schwitzen gehört dazu

Umgesetzt wird das neue Geschäftsmodell in drei Abonnements-Grössen S, M und L. Die kleinste Grösse S wie Small umfasst jährlich 50 Lieferungen à zwei Kilo Saisongemüse zum Preis von 650 Franken, plus den Kauf eines genossenschaftlichen Anteilscheins à 250 Franken, der einem austretenden Genossenschaftsmitglied zurückerstattet wird, sowie jährlich vier halbe Tage Mitarbeit à vier Stunden im Biobetrieb unter Anleitung.

Mitarbeit und Arbeitsschweiss gehören auch bei den Abo-Grössen M und L dazu. Die grösste Grösse L wie Large für 1500 Franken beinhaltet 50 Gemüselieferungen im Jahr à jeweils 6 Kilo, drei rückzahlbare Anteilscheine sowie 15 halbe Tage Mitarbeit zu vier Stunden im Jahr.

Laut Roger Gründel soll das Bio-Gemüse in Gemeinden geliefert werden, die maximal 20 Kilometer von Oberwil-Lieli entfernt sind. Hauslieferungen sind nicht beabsichtigt. Vielmehr sollen in mehreren Ortschaften Depots angelegt werden, wo Genossenschafter dann ihr Gemüse abholen können.

Bei einem Hof- und Gründungsfest am Samstag, 17. August, in Oberwil-Lieli wird die «Vision Birchhof» vorgestellt und lanciert. Roger Gündel geht davon aus, dass im ersten Jahr um die 50 Personen und Familien der Genossenschaft beitreten werden.

Auf dem alles in allem 14 Hektaren grossen Birchhof steht der «Vision» genügend Anbaufläche zur Verfügung. «Es reicht gewiss für 300 Gemüseabonnements», schmunzelt Gündel. Ob man dieses ehrgeizige Ziel je erreiche, werde sich in den nächsten Jahren zeigen.