Villmergen
Villmerger genehmigten innert drei Stunden Kredite von 6,35 Millionen

Das neue Schulhaus Mühlematt kann geplant werden, die Strasse vor dem Kindergarten wird beruhigt und die Wasserleitungen saniert. Jedes dieser Traktanden kostet die Gemeinde knapp zwei Millionen. Unklar bleibt, wie die Auswirkungen auf den Steuerfuss aussehen.

Andrea Weibel
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In Villmergen sollen mit baulichen Massnahmen so genannte «Elterntaxis» verhindert werden (Symbolbild)

In Villmergen sollen mit baulichen Massnahmen so genannte «Elterntaxis» verhindert werden (Symbolbild)

Grenchner Tagblatt

Der Gemeinderat unter der Leitung von Ammann Ueli Lütolf hielt sich so kurz wie möglich, denn er rechnete mit langen Diskussionen seitens der 191 anwesenden Villmergerinnen und Villmerger. Doch die zwölf Traktanden der Einwohnergemeindeversammlung waren innert nur drei Stunden behandelt.

Wie schon bei der vorausgegangenen Infoveranstaltung brauchte es kaum Überzeugungsarbeit, um die Einwohner vom Planungskredit von 1,7 Millionen Franken für das neue Schulhaus Mühlematten zu überzeugen. Die einzigen Anregungen aus dem Plenum waren erneut Überlegungen über Sonnenkollektoren und weitere Umweltschutzmassnahmen. Dazu versprach der Gemeinderat, die Überlegungen für eine Dreifach- anstelle einer Doppelturnhalle mit in die Planung einfliessen zu lassen.

Neben dem geplanten Schulhaus Mühlematten besteht bereits ein Aussenschulzimmer neben einer kleinen Reihe von Bäumen, Sträuchern, einem Biotop und vielen anderen neu angelegten Rückzugsmöglichkeiten für kleinere Wildtiere. Dies sei jedoch nur der erste Schritt gewesen, denn nun wird Villmergen zu einer von kantonsweit vier Pilotgemeinden des Projektes «Natur im Siedlungsraum». Dafür sprachen die Villmerger 200 000 Franken.

Elterntaxis gefährden Sicherheit

Mit einem Kredit von 1,98 Millionen Franken genehmigten die Villmerger ein weiteres Traktandum, das mit der Schule in Zusammenhang steht. Die Bündtenstrasse, die direkt vor dem Kindergarten Bündten vorbeiführt und als direkteste Verbindung zwischen den verschiedenen Schulhäusern gilt, wird nicht nur saniert, sondern auch verkehrsberuhigt.

Sie wird verengt, die Trottoirs hingegen verbreitert. Eines der wohl grössten Sicherheitsrisiken auf dieser Strasse sei allerdings nicht der normale Durchgangsverkehr, sondern die Elterntaxis, monierten verschiedene Anwohner. Eltern, die ihre Kinder zur Schule brachten, parkierten wild auf den Trottoirs oder luden ihre Kinder oft sogar auf dem Fussgängerstreifen aus.

Die anderen Fussgänger - darunter nicht nur Kinder, sondern teilweise auch ältere Leute mit Rollatoren - müssten auf die Strasse ausweichen, um an den geparkten Wagen vorbei zu kommen. Dagegen müsse der Gemeinderat dringend vorgehen, hielten die Villmerger fest. «Das ist schon in Planung», versprach Gemeindeammann Lütolf. Der letzte schulische Antrag gebührte dem Anschluss Villmergens an die Musikschule Wohlen, der ebenfalls grossmehrheitlich angenommen wurde.

Diskussionslos genehmigt

Für weitere 1,795 Millionen Franken kann die Wasserversorgungsanlage ausgebaut und saniert werden, weshalb der Wassertarif angehoben werden musste. Für knappe 470 000 Franken wird die Büttikerstrasse saniert und für weitere 210 000 Franken wird die Noteinspeisung der AEW Energie AG im Gebiet Eichmatt verstärkt.

Als erfreulicher Schlusspunkt wurden zwei kroatische Familie eingebürgert.