Villmergen/Muri
Von der Velowerkstatt zum Mercedes-Pionier: Die Robert Huber AG wird 100 Jahre alt und feiert mit einem Neubau

1921 legte Robert Huber in Villmergen den Grundstein für eines der erfolgreichsten Automobil-Unternehmen des Kantons. Zum Jubiläum laden nun seine Nachfolger in ihren neuesten «Stern», den Neubau in Muri, ein.

Pascal Bruhin
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Verwaltungsratspräsident Philip Zumstein, Kommunikationsleiterin Vanessa Fröhlicher, Betriebsleiter Roland Trottmann und Geschäftsleiter Manuel Zumstein (von links) setzen auf den Standort Muri.

Verwaltungsratspräsident Philip Zumstein, Kommunikationsleiterin Vanessa Fröhlicher, Betriebsleiter Roland Trottmann und Geschäftsleiter Manuel Zumstein (von links) setzen auf den Standort Muri.

Pascal Bruhin

1921 musste Robert Huber die Velowerkstatt seines Bruders übernehmen. Sie stand damals noch an der Wohlerstrasse in Villmergen und war vollkommen heruntergekommen. Der Bruder hatte sie heruntergewirtschaftet, die Familie musste einschreiten. Doch dass aus der kümmerlichen Werkstatt ein Jahrhundert später eines der grössten Autohäuser des Kantons werden würde, hätte er sich wohl nie träumen lassen.

Zu Beginn wurde in der Werkstatt alles Mögliche repariert. Von Velos ging Robert Huber zu verschiedenen Automarken über. In den 1960er-Jahren übernahm sein Sohn, Robert Huber junior, dann das Geschäft. Dieser konzentrierte sich ab 1974 vollumfänglich auf den Direktvertrieb von Mercedes-Fahrzeugen.

An der Wohlerstrasse in Villmergen legte Robert Huber den Grundstein für das Traditionsunternehmen.

An der Wohlerstrasse in Villmergen legte Robert Huber den Grundstein für das Traditionsunternehmen.

zvg

2021 kann die Robert Huber AG nun ihr 100-Jahr-Jubiläum zelebrieren. Zu feiern gibt es nicht nur den runden Geburtstag, sondern auch die Erweiterung des Unternehmens. Nicht ohne Stolz führen Verwaltungsratspräsident Philip Zumstein und dessen Sohn und Geschäftsleiter Manuel Zumstein durch den neuen zweistöckigen Showroom an der Pilatusstrasse 33 in Muri.

Rund 10 Mio. Franken kostete der Neubau

Nach fast zweijähriger Bauzeit ist dieser im März fertiggestellt worden. Hohe Decken, riesige Fensterfronten und edle Materialien zeichnen die 55 Meter lange Halle aus. Ein standesgemässes Domizil für die edlen Mercedes-Karossen, könnte man sagen. Doch der 10-Millionen-Bau überzeugt nicht nur optisch. Allerlei technische Raffinessen verstecken sich in seinem Innern – und auf dem Dach.

Der Showroom in Muri soll zur Begegnungszone werden.

Der Showroom in Muri soll zur Begegnungszone werden.

Pascal Bruhin

Dort thront eine Solaranlage mit 443 Solarpanels, die den Betrieb mit umweltfreundlicher Sonnenenergie versorgt. Auch im Innern wartet das Gebäude mit modernster Technik auf. So laden im Untergeschoss zehn Ladestationen für Elektrofahrzeuge zum Aufladen ein. Stolz zeigt Patron Philip Zumstein auch die neue Abwasser-Reinigung. «Die Aufbereitung des Gebrauchswassers sorgt dafür, dass nur sauberes Wasser in die Kanalisation kommt», erklärt er.

Ab 1974 konzentrierte sich die Firma vollumfänglich auf den Direktvertrieb von Mercedes-Fahrzeugen.

Ab 1974 konzentrierte sich die Firma vollumfänglich auf den Direktvertrieb von Mercedes-Fahrzeugen.

zvg

Philip Zumstein erwarb 1996 das Unternehmen von Robert Huber junior, dem Sohn des Firmengründers. Nur ein Jahr später verstarb dieser unerwartet. Die Verbindung zwischen den Familien Huber und Zumstein blieb jedoch bestehen. So sass etwa Madeleine Huber, Witwe des Verstorbenen Robert Huber junior, bis 2016 im Verwaltungsrat des Unternehmens.

Der Betriebsleiter machte schon seine Lehre bei Robert Huber

Betriebsleiter am Standort Muri ist Roland Trottmann. Der Boswiler hat bereits seine Lehre bei der Robert Huber AG in Villmergen gemacht. Vor 20 Jahren wechselte er an den Standort Muri, nachdem die Robert Huber AG die Garage von Anton Kobler übernommen hatte. Bis vor dem jetzigen Um- und Anbau war das Familienunternehmen in Muri nur mit einer Werkstatt mit Carrosserie und Lackiererei vertreten.

Mit dem Neubau bietet das Unternehmen nun auch in Muri Neuwagen und Occasionen zum Kauf an. Die Zahl der Mitarbeiter steigt um fünf auf 33 an. Gesamthaft beschäftigt das Unternehmen am Hauptsitz in Villmergen und den weiteren Standorten in Windisch, Seon und Hunzenschwil 142 Mitarbeiter.

Dass das Familienunternehmen in den Standort Muri investiert, ist kein Zufall. «Es ist ein klares Signal in Richtung Zukunft», sagt Geschäftsleiter Manuel Zumstein. «Der Trend geht aus der Stadt hinaus. Das ist eine Chance für uns.»

Ein Einweihungsfest für den Neubau und auch ein Jubiläumsfest wird es coronabedingt vorläufig nicht geben. Manuel Zumstein sagt aber: «Wir hoffen, dass wir dann im Herbst eine grosse Feier organisieren können – für die Kunden und unsere Mitarbeiter.» Bis dahin führt die Robert Huber AG jeden Monat einen Wettbewerb durch. Zu gewinnen gibt es Fahrräder, Fahrtrainings, Reisen und mehr.