Villmergen
Millionenteures Hochwasser-Schutzprojekt zahlt sich für die Gemeinde aus

Seit rund zehn Jahren wird Villmergen von den Rückhaltebecken Drachtenloch im Hinterbach und Schloss im Erusbach vor Überschwemmungen geschützt. Der Gemeindeammann ist begeistert.

Pascal Bruhin
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8,6 Millionen Franken kostete der Bau des Rückhaltebeckens Schloss in Hilfikon. Es ist eines von mehreren Teilprojekten.

8,6 Millionen Franken kostete der Bau des Rückhaltebeckens Schloss in Hilfikon. Es ist eines von mehreren Teilprojekten.

Ueli Lütolf

«Das System hat sich nachweislich bewährt», sagt Ueli Lütolf. Der Gemeindeammann von Villmergen ist begeistert von den Hochwasserschutzbauten in der Gemeinde. Die beiden Rückhaltebecken Schloss im Erusbach und Drachtenloch im Hinterbach wie auch die Bachverbauungen würden ihre Aufgaben absolut zuverlässig erfüllen und schützten wirksam vor Überschwemmungen.

Die Schneeschmelze und die darauf folgenden starken Regenfälle in den letzten Tagen haben das Schutzsystem einmal mehr vor eine Bewährungsprobe gestellt. Viele Bürgerinnen und Bürger hätten sich angesichts der stark steigenden Pegelstände beim Gemeinderat über den Zustand der Schutzbauten erkundigt, sagt Lütolf, der nur gut 200 Meter Luftlinie vom Rückhaltebecken Schloss entfernt in Hilfikon wohnt.

Überschwemmungen sorgten jeweils für Schäden in Millionenhöhe

Rückblick: In den Jahren 1994, 1999 und zuletzt 2007 traten bei starken Unwettern in Villmergen die Bäche über die Ufer. Die sich durch das Dorf wälzenden Wassermassen richteten Millionenschäden an. Erstes Rückhaltebecken bewährte sich schon 2007 Der Gemeinderat reagierte bereits nach dem ersten Hochwasser umgehend und liess ein Hochwasserschutzprojekt ausarbeiten.

Am Hinterbach, im Wald zwischen Villmergen und Büttikon, wurde dann 2005 das Rückhaltebecken Drachtenloch errichtet, das sich bereits beim Hochwasser von 2007 bestens bewährte. 2011 wurde das Hochwasserschutzsystem mit dem Bau des rund 8,6 Millionen Franken teuren Rückhaltebeckens Schloss unterhalb des Schlosses Hilfikon komplettiert. Finanziert wurden die Projekte vom Kanton und von den beiden damals noch eigenständigen Gemeinden Villmergen und Hilfikon. Über die Jahre hinweg wurden weitere Ausbesserungen vorgenommen, so wurden etwa Mäuerchen errichtet oder Bachstellen weiter ausgebaggert.

Pegelstände der Bäche können online abgerufen werden

Dass gerade solche Baumassnahmen, die vor Naturkatastrophen schützen sollen, den Gesetzen der Natur gehorchen müssen, zeigte die Verzögerung des Baus in Villmergen. Der benachbarte Schlossberg geriet während der Bauarbeiten ins Rutschen und verzögerte so die Fertigstellung, die innerhalb eines Jahres hätte erfolgen sollen, um gut die Hälfte. «Mit ihren Schutzbauten ist die Gemeinde bestens gegen Überschwemmungen gewappnet», sagt Lütolf. Mittlerweile seien die Pegel der beiden Bäche auch wieder etwas zurückgegangen. Durch Messstationen an den Rückhaltebecken werden die Pegelstände der beiden Bäche überwacht und können auch online eingesehen werden.