Solino – Wohnen im Alter in Boswil will sich auf sein Kerngeschäft, das heisst auf das Altersheim sowie die Alterswohnungen konzentrieren – «oder anders gesagt, auf das, was wir gut können», hält der Präsident des Vereins Altersheim St. Martin Ronni Hilfiker in seinem Jahresbericht fest. 2017 könne als Jahr der Strategiedefinition und als Jahr der strategischen Entscheidungen bezeichnet werden. Geografisch soll bei einem allfälligen Rückgang der Bettenbelegung das Einzugs- und Einflussgebiet vergrössert werden.

Raueres Klima

Das betreute Wohnen, also Alterswohnungen, soll mit weiteren Angeboten und Dienstleistungen ausgebaut und attraktiver gemacht werden. «Mittel- bis langfristig ist sogar zu prüfen, ob zusätzliche Wohnungen geschaffen werden sollen». Dafür sei die Nachfrage heute grösser als für das Wohnen im Altersheim. Kantonal werde für die nächsten Jahre ein Überangebot an Betten in Pflegeinstitutionen prognostiziert. Weitere Prognosen würden besagen, dass mittelfristig eine Trendwende einkehren könne. Aktuell sei die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Pflegeinstitutionen kürzer. Der Ausbau der ambulanten pflegerischen Angebote nehme weiter zu und vermehrt seien Angebote von Wohnen mit Dienstleistungen gefragt. «Politische und wirtschaftliche Diskussionen über mögliche Veränderungen und Sparbemühungen führen zu Verunsicherungen. Dies zeigt sich auch in einem etwas raueren Wettbewerbsklima unter den Anbietern von Betreuung und Pflege.»

Zufriedene Kundschaft

Es stehe ausser Zweifel, dass die Lage des Solino den Bewohnern Ruhe und Wohlbefinden biete. Aber: «Für Besuche und Besorgungen ist diese dezentrale Lage eher nachteilig», hält Stefan Gerschwiler, Leiter des Solino, fest. Um dieses Manko zu verbessern, wurde unter dem Motto «Solino macht mobil» die Möglichkeit geschaffen, wöchentlich mit einem Kleinbus gratis nach Muri zu fahren. Für Reisende, welche mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Solino reisten, stand ab Bahnhof Wohlen oder Bahnhof Boswil ein Ruf-Taxi zur Verfügung. «Obwohl die Auslastung noch nicht unseren Vorstellungen entspricht, hat der Vorstand entschieden, die Testphase bis 31. Dezember 2018 zu verlängern».

Zufrieden zeigt sich Gerschwiler, dass das Solino ein externes Audit zur Qualität und Leistungsfähigkeit erfolgreich bestanden hat. Auch wurde 2017 eine Befragung der Bewohnerinnen und Bewohner durchgeführt. «Wir wollten wissen, wie zufrieden unsere Bewohnerinnen und Bewohner mit unserer Arbeit und ihrem Heimataufenthalt sind und wie wohl sie sich fühlen». Auch sollte in Erfahrung gebracht werden, was im Solino bereits gut läuft und was noch verbessert werden könnte. «Die Auswertung dieser Befragung stellte unserer Institution ein hervorragendes Zeugnis aus und zeigte, dass unsere Bewohnerinnen und Bewohner mit unseren Leistungen sehr glücklich und zufrieden sind.