Freiamt
Viele Jugendliche möchten Windeln wechseln

Die meisten Babysitterkurse in der Region sind oft sogar überbucht.

Chantal Gisler
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Vermittlerin Petra Kiser (links) und Mitglied der Elternvereinigung Mutschellen Brigitte Bürgisser bevorzugen Babysitter, die einen Kurs besucht haben. Chantal Gisler

Vermittlerin Petra Kiser (links) und Mitglied der Elternvereinigung Mutschellen Brigitte Bürgisser bevorzugen Babysitter, die einen Kurs besucht haben. Chantal Gisler

Chantal Gisler

Trotz den vielen Angeboten wie Kitas oder Tagesmüttern sind Jugendliche, die abends auf Kinder aufpassen, nach wie vor sehr gefragt. «Die meisten bessern damit ihr Taschengeld auf», erläutert Petra Kiser. Sie ist Mitglied der Elternvereinigung Mutschellen und vermittelt Absolventen des Babysitterkurses aus der Region an Eltern, die jemanden brauchen, der auf ihre Sprösslinge aufpasst. Die Organisation ermöglicht es Jugendlichen ab 13 Jahren, einen solchen Kurs zu absolvieren.

Ein Klischee ist schuld

«Der Kurs ist für Jungen und Mädchen, jedoch haben wir tendenziell mehr weibliche Teilnehmer», erzählt Kiser. «Dass weniger Jungs babysitten, liegt bestimmt an dem Klischee, dass Frauen eher zu Kindern schauen als Männer.»

Dozenten des Schweizerischen Roten Kreuzes bringen den Jugendlichen den richtigen Umgang mit Kleinkindern bei. Während zehn Stunden lernen sie, wie man beispielsweise Babys die Windeln wechselt, ihnen Nahrung zubereitet oder in Notfällen richtig reagiert. Zum Schluss dürfen die Teilnehmer eine Lernkontrolle machen, die jedoch nicht bewertet wird, sondern lediglich der Orientierung über ihr Können dient. Nach Beendigung des Kurses erhalten die Absolventen eine Bestätigung in Kreditkartenform.

«Die Jugendlichen erhalten in diesen Kursen einen guten Einblick in die Entwicklungsphasen von Kindern und lernen, damit umzugehen», erklärt die Vermittlerin. Doch die Bestätigung sagt kaum etwas über ihre Stärken aus. Aus diesem Grund ist Petra Kiser während diesen Kursen zeitweise anwesend, um sich ein Bild von den Mädchen und Jungen zu machen: «Ich vermittle Babysitter an Eltern, die ausgehen möchten. Unzuverlässige Teenager empfehle ich nicht.» Sie orientiert sich bei Anfragen hauptsächlich am Wohnort der Familie, damit die Babysitter nachts auf ihrem Heimweg nicht lange unterwegs sein müssen.

In Berikon findet der Babysitterkurs im Oktober jährlich einmal statt. Unter anderem sind weitere in Muri und Boniswil im September geplant und der letzte dieses Jahres wird im November in Sins durchgeführt. Damit die Kurse durchgeführt werden können, müssen sich mindestens 14 Teilnehmer einschreiben. «In Berikon sind noch wenige Plätze frei», erklärt Kiser. Babysitter sind nach wie vor sehr beliebt, denn viele Eltern brauchen von Zeit zu Zeit einen Abend für sich.

Überbuchte Babysitterkurse

Auch in Wohlen sind Babysitterkurse sehr gefragt. «Wir sind jedes Mal sehr schnell ausgebucht», bestätigt Rebecca Benz, Präsidentin des Vereins Schule & Elternhaus Wohlen. «Wir erhalten sehr viele Anmeldungen, oft sind wir sogar überbucht.» Normalerweise finden zwei Kurse jährlich statt. Doch dieses Jahr musste einer verschoben werden. Daher wird es im nächsten Jahr sogar drei Babysitterkurse geben: Im Januar und vermutlich im August und September 2017.

«Aus der Sicht einer Mutter würde ich meine Kinder eher einer Person anvertrauen, die an einem Babysitterkurs teilgenommen hat», erzählt Kiser. Rebecca Benz vertritt dieselbe Meinung: «Ich vertraue Absolventen des Kurses mehr. Meiner Ansicht nach bringt er auf jeden Fall Vorteile.»