Muri

Viele illegale Bauten im Wald – der Gemeinderat gibt den Besitzern eine Chance

Die Behörden hoffen, dass die Erbauer der unbewilligten Konstruktionen Massnahmen ergreifen, damit ein «regulärer Zustand» herbeigeführt werden kann.

In den Wäldern von Muri hat es zahlreiche illegale Bauten und nicht erlaubte Konstruktionen. «Das reicht von aufgestellten Paletten über Container bis zu seit langem bestehenden Hütten, die ganze Breite», erklärt Gemeinderat Beat Küng.

Weil der Gemeinderat konkrete Hinweise auf solche Bauten erhalten hat, will er jetzt die Ersteller anstossen, diese selber zu entfernen oder in einen regulären Zustand zu bringen. Sonst geht, «im schlechtesten Fall», der Werkdienst der Gemeinde an die Arbeit.

Allerdings: Förster Beat Bossert erklärt auf Anfrage, er sehe «im Moment keine Probleme mit illegalen Bauten im Wald».

Tatsache ist, dass der Gemeinderat mit Hinweisen aus der Bevölkerung konfrontiert ist, die Bauten ausserhalb des Baugebiets und im Wald zeigen, für die keine Bewilligungen vorliegen. «Sie sind sogar fotografisch dokumentiert», wie Küng erklärt. Klar sei, dass der Gemeinderat die gesetzlichen Grundlagen durchsetzen müsse.

Angelgenheit kann für Muri langwierig werden

«Viel Spielraum ist das nicht.» Aber er möchte nicht als Polizei auftreten und «den Ball flachhalten», wie sich Küng ausdrückt. «Wir hoffen, dass die Ersteller solcher Bauten aktiv werden, sie entfernen und sich so vieles von selber erledigt», begründet er die Mitteilung des Gemeinderates, in der er auf die gesetzlichen Bestimmungen für das Bauen ausserhalb der Bauzone aufmerksam macht. Was aber, wenn das nicht geschieht?

«Dann gibt es viel Arbeit für die Gemeinde», stellt Gemeindepräsident Hampi Budmiger fest. Nicht nur der Aufwand zur Eruierung der Ersteller illegaler Bauten ist erheblich, auch das Verfahren nicht ganz ohne: Einholen von Stellungnahmen der Betreiber oder Besitzer der Anlagen, Erlass von beschwerdefähigen Verfügungen, Vollzug von Massnahmen, unter Umständen Bussenbescheide.

In jenen Fällen, wo Besitzer oder Ersteller nicht festgestellt werden können, müsste der Werkdienst auf Kosten der Steuerzahler an die Arbeit und den rechtmässigen Zustand wieder herstellen. «Der Gemeinderat will die Bevölkerung sensibilisieren, die Gesetze einzuhalten», lautet die offizielle Mitteilung.

«Allfällig betroffene Grundeigentümer werden angehalten, für einen rechtmässigen Zustand ausserhalb der Bauzone und im Wald zu sorgen, bevor die Gemeinde intervenieren muss.» Bei allfälligen Fragen oder Klärungsbedarf zum Sachverhalt erteile die Abteilung Bau und Planung gerne Auskunft.

Viele alte Bauten entsprechen nicht heutigen Auflagen

Brisant und spannend ist, dass unter den Hinweisen auf illegale Bauten auch Holzerhütten oder Ähnliches sind, die vor 50 Jahren oder mehr erstellt wurden und aktuell noch genutzt werden, ohne dass damals wohl für ihre Erstellung eine Baubewilligung erteilt worden wäre.

Die gesetzlichen Grundlagen sind relativ klar: Für alle Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzone ist eine kantonale Zustimmung notwendig. Ob ein Bauvorhaben ausserhalb der Bauzone zulässig ist, muss von Fall zu Fall beurteilt werden.

Es müsste auf jeden Fall eine Vielzahl gesetzlicher Bestimmungen erfüllen. Im Wald kann eine Baute oder Anlage, die zwingend auf einen bestimmten Standort im Wald angewiesen ist, «im entsprechenden Bewilligungsverfahren und mit dem Einverständnis des Departements Bau, Verkehr und Umwelt, Abteilung Wald, ausnahmsweise bewilligt werden».

Der Gemeinderat hält fest, dass im Murianer Wald verschiedene bestehende Bauten oder Anlagen aufzufinden sind, die nach heutiger Gesetzgebung nicht mehr bewilligt werden können.

«Sollen an derartigen Bauten Änderungen, Ausbauten oder Umnutzungen vorgenommen werden, muss im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens geklärt werden, ob Besitzstand vorliegt und welche Massnahmen bewilligt werden können».

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Autor

Eddy Schambron

Eddy Schambron

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