Wohlen
Viele Fälle: Wohler Betreibungsamt braucht dringend Verstärkung

Weil immer mehr Fälle zu bearbeiten sind, soll das Betreibungsamt um eine Stelle aufgestockt werden. Die Kosten werden aus den eingegangenen Gebühren gedeckt, die Gemeindekasse wird nicht belastet.

Fabian Hägler
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Der Wohler Betreibungsbeamte Werner Lüpold soll für sein Team weitere 100 Stellenprozente erhalten. aw/Archiv

Der Wohler Betreibungsbeamte Werner Lüpold soll für sein Team weitere 100 Stellenprozente erhalten. aw/Archiv

Das Betreibungsamt Wohlen, das auch für die Gemeinden Hägglingen und Niederwil zuständig ist, verzeichnete im Jahr 2012 erneut eine massive Zunahme der Arbeitsbelastung. Die Zahl der Betreibungen in den drei Gemeinden stieg von 7345 im Jahr 2011 auf 8271 an – eine Zunahme um 11,6 Prozent.

Das Betreibungsamt Wohlen bearbeitet die Begehren derzeit mit 640 Stellenprozenten. Auf eine 100-Prozent-Stelle entfallen damit 1292 Betreibungen, die bearbeitet werden müssen.

Dies ist deutlich mehr, als das kantonale Betreibungsinspektorat empfiehlt. Für die aktuelle Zahl der Betreibungen in Wohlen, Hägglingen und Niederwil sieht das Inspektorat 830 Stellenprozente vor.

So weit will der Wohler Gemeinderat nicht gehen, dennoch soll das Team des Betreibungsbeamten Werner Lüpold verstärkt werden.

Eine zusätzliche 100-Prozent-Stelle beantragt der Gemeinderat dem Einwohnerrat. Zudem sollen 20 Stellenprozente, die bisher auf Stundenlohnbasis abgerechnet werden, fest in den Stellenplan aufgenommen werden.

«Die Stellenaufstockung drängt sich auf und würde die Auslastung auf 1117 Betreibungsfälle pro 100-Prozent-Stelle senken», argumentiert der Gemeinderat. Dies komme den Empfehlungen des kantonalen Betreibungsinspektorats näher.

Die hohe Arbeitslast wurde beim Betreibungsamt in den letzten Monaten «mit ausserordentlichen Anstrengungen und Einsätzen der Mitarbeitenden aufgefangen», erläutert der Gemeinderat.

Konkret verzichteten Betreibungs-Mitarbeiter auf Ferien oder leisteten Überzeit. Inzwischen sei dieses Potenzial aber ausgereizt, eine Stellenerhöhung deshalb notwendig, schreibt der Gemeinderat.

«Die Mitarbeiter leiden unter der Mehrbelastung», hält die Behörde fest. Und der Gemeinderat ergänzt: «Dies belastet zusätzlich auch die Lehrlingsausbildung, für die immer weniger Zeit übrig bleibt.»

Die neue Stelle beim Betreibungsamt würde die Gemeindekasse nicht belasten. Durch die höhere Zahl der Betreibungen sind auch die Gebühren gestiegen. Im vergangenen Jahr resultierte ein Überschuss von gut 322 000 Franken.

«Die durch den Stellenausbau entstehenden Mehraufwände können dadurch abgegolten werden», erläutert der Gemeinderat.

Zudem reiche die heute vorhandene Infrastruktur beim Betreibungsamt aus, sodass kein zusätzlicher Arbeitsplatz eingerichtet werden müsse. Die bestehenden Plätze können aufgrund von Teilpensen mehrfach besetzt werden.

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