Muri
Viel Dreck, aber auch viel Wetterglück am Pfingst-Motocross

Das 41. Pfingst-Motocross wurde nach anstrengender Aufbauarbeit mit viel Erfolg durchgeführt.

Eddy Schambron
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Harte Zweikämpfe um jeden dreckigen Meter: Die vom Regen der letzten Tage durchnässte Piste forderte von den Fahrern alles ab. Das Motocross Muri bot einem grossen Publikum spannende Rennen. ES

Harte Zweikämpfe um jeden dreckigen Meter: Die vom Regen der letzten Tage durchnässte Piste forderte von den Fahrern alles ab. Das Motocross Muri bot einem grossen Publikum spannende Rennen. ES

Eddy Schambron

Weil sich das Wetter gut hielt und zeitweise sogar die Sonne drückte, versank das Motocross Muri nicht im Schlamm. Einem angesichts der vorausgehenden Wetterprognosen erstaunlich grossen Publikum konnten spannende Rennen und wie gewohnt eine tolle Atmosphäre geboten werden. «Wir werden gegen 8000 Besucherinnen und Besucher verzeichnen können», schätzte ein zufriedener OK-Präsident Beat Gassmann. Und lobte die Helferinnen und Helfer, die den Anlass erst ermöglichten. «Durch die schlechte Witterung war der Aufbau sehr streng», sagte er. «Der grosse Publikumsaufmarsch ist Entschädigung für die Strapazen.»

Tatsächlich hätte am Morgen niemand gewettet, dass das Motocross Muri nicht im Dreck untergehen würde. Die vom Regen der letzten Tage gesättigten Böden hätten nicht mehr viel Wasser ertragen können. Die Piste war denn auch zumindest am Anfang sehr anspruchsvoll zu befahren, weil die Motorräder tiefe Rillen in das Erdreich frästen. Doch es sollte gut kommen: Von vereinzelten Regentropfen abgesehen wurde der Himmel am Mittag immer klarer und die zeitweise durchdringende Sonne liess die tiefen Temperaturen an diesem Pfingstmontag schnell in angenehmere Höhen steigen. Gestartet wurde in den Kategorien Yamaha Cup, Swiss MX 2, Swiss MX Open und Inter Sidecar.

Wie üblich wurde neben dem Motorsport auch ein Rahmenprogramm geboten. Am Samstagabend sorgte die Band Roadmasters für einen rockigen Abend. Am Motocross-Tag selber gab es Autogrammstunden mit mehreren Top-Fahrern. An verschiedenen Ständen wurden Maschinen und Accessoires vorgestellt. Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt.

Harte Aufbauarbeit

Um einen solchen Anlass auf die Beine zu stellen, braucht es einen grossen Aufwand und viele Helfer und Helferinnen. Dieses Jahr war die Aufbauarbeit besonders anstrengend, wie auch Gassmann feststellte. Durch die regnerische Witterung war der Boden schwer. «70 Millimeter regnete es in den letzten vier Tagen», stellte Hanspeter Frey, der neben anderen Land für das Motocross zur Verfügung stellt, fest. Er haderte trotzdem nicht: «Wenn so viele Leute Freude an diesem Anlass haben, ist es das doch wert.» Auch er wird es später merken, dass im Vorfeld das Wetter nicht optimal war. «Die Leute des Motorradsportclubs richten das Gelände nachher wieder sehr gut her, aber unter der Oberfläche braucht es etwas Zeit, bis sich der Boden erholt hat.»

Auch im Fahrerlager nervte sich niemand über das Wetter. «Wir arrangieren uns halt», sagte die Frau eines Motocross-Fahrers, welche unter dem Vordach ihres Wohnmobils mit den Kindern spielte. Rund ums mobile Zuhause waren Matten ausgelegt, damit die Schuhe einigermassen sauber blieben und der Schmutz draussen blieb Ihre Waschmaschine zu Hause wird schon Gröberes bewältigt haben. Intensiv wurde hingegen an den Motorrädern gearbeitet. Mit Schabern, Schraubenzieher und ähnlichen Werkzeugen wurden Pneuprofile freigelegt, Ketten und Motoren vom Dreck befreit. Emsig zu und her ging es auch in der Reinigungsstation, wo die Maschinen dank den Hochdruckreinigern innert Minuten kiloweise Erdreich verloren und wieder einsatzbereit für den nächsten Lauf in ihrer Kategorie wurden.

Neben der fordernden Aufbauarbeit wartet für die Leute des Organisators jetzt der nicht minder anstrengende Abbau. Weil so ziemlich alles dreckig ist, vervielfacht sich der Aufwand im Vergleich zu einem Motocross im trockenen Umfeld. Kein Problem: «Das gehört eben zum Motocross», sagt Gassmann.