Waltenschwil
Viel Aufregung und Action: Kinder absolvieren eine Detektiv-Ausbildung

19 Primarschüler trainieren eine Woche lang Fähigkeiten, die es für das Detektiv-Leben braucht.

Nora Güdemann
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Links sitzt Detektiv Haas (Gaby Sorg) und versichert der alten Dame (Marianne Scheller), dass er ihren Hund finden wird.

Links sitzt Detektiv Haas (Gaby Sorg) und versichert der alten Dame (Marianne Scheller), dass er ihren Hund finden wird.

Nora Güdemann

Die erste Lektion der Projektwoche «Detektivbüro Spürnase» begann mit einem Theaterstück über einen überarbeiteten Detektiv: Ermittler Haas hat viel zu tun. Kaum kam er gestern Morgen an seinen Arbeitsplatz, klingelte bereits das Telefon. Frau Kochs heissgeliebte Ledertasche wurde geklaut. Und noch einen viel schlimmeren Verlust erlitt eine alte Dame, die kurz darauf in das Büro humpelte und weinend erklärte, dass ihr kleiner Hund «Mopsli» verschwunden sei.

Er hätte grosse Augen, Stehohren und eine schwarze Nase. Natürlich nahm Haas den Fall an. Doch weil er so viel zu tun hatte, holte er sich Hilfe bei den Primarlehrerinnen Gaby Sorg und Marianne Scheller. Diese versicherten Haas ihre Unterstützung, momentan sei Projektwoche an der Schule Waltenschwil und die Kinder könnten sofort ihre Detektivausbildung beginnen.

Aufregender als Schulalltag

«Jeder Tag beginnt mit einer Geschichte über Detektiv Haas», erklärt Gaby Sorg. «Und die Kinder helfen ihm dann, den kleinen Hund Mopsli zu finden.» Bevor die Kindergartenkinder und Primarschüler jedoch draussen im Wald und in der Umgebung von Waltenschwil nach Spuren suchen dürfen, müssen sie ein Detektiv-Training absolvieren. Zuerst üben sie den Umgang mit der Lupe: «Im ganzen Schulhaus sind Karten versteckt, auf denen in ganz kleiner Schrift euer Name steht», erklärt Marianne Scheller, die meistens im Kindergarten unterrichtet. «Ihr müsst euren Namen mit der Lupe finden.» Eingeteilt in Gruppen, rennen die Kinder durch die Schule, schauen unter jeden Tisch und Blumentopf auf der Suche nach ihrem Namen.

Diese Nachwuchsdetektive üben den Umgang mit der Lupe.

Diese Nachwuchsdetektive üben den Umgang mit der Lupe.

Nora Güdemann

«So viel Aufregung und Action haben wir im normalen Schulalltag nicht», sagt die 8-jährige Ina Erdmann, als sie mit ihrer Lupe ein paar Buchstaben entziffert. Sie ist eines der wenigen Mädchen, die bei der Detektiv Projektwoche teilnehmen. Lehrerin Sorg erklärt, warum sich so viele Buben angemeldet haben: «Mädchen basteln und malen lieber. Das Spezielle an dieser Woche ist, dass wir viel unterwegs sind.»

In fünf Tagen lernen die Kinder die verschiedenen Sinne besser kennen, sind sportlich aktiv und schulen ihr Gedächtnis. «Das sind alles Fähigkeiten, die ein echter Detektiv in seinem Arbeitsalltag braucht», sagt Sorg. «Wir spielen Verstecken, zeigen den Kindern, wie man sich anschleicht, und gehen auf Spurensuche. Am Ende der Woche bekommen die Kinder ein Detektiv-Diplom.»

Mopsli ist ein Hase

Schülerin Ina ist hoch motiviert. Vielleicht möchte sie einmal Detektivin werden, schmunzelt sie und äussert einen Verdacht: «Ich glaube Mopsli ist gar kein Hund, sondern ein Hase. Wegen den grossen Stehohren!» Auch Levin (7) ist von seinen Fähigkeiten überzeugt und sieht sich bereits Verbrecher jagen: «Ich kann Karate. Das hilft sicher, wenn man als Detektiv arbeitet.»