Jetzt kommen auf dem Freiämter Hausberg nicht nur Kühe, Rinder und Kälber aus dem Aargau unter den Hammer. An der 41. Braunviehauktion werden zum ersten Mal in der Geschichte der Auktion des Aargauischen Braunviehzuchtverbandes auch Tiere aus den Kantonen Zürich, Zug und Baselland versteigert. Insgesamt gelangen 26 Kühe und 12 Stück Jungvieh zur Versteigerung.

Grund für die Öffnung der Auktion für die erwähnten Kantone ist die Tatsache, dass von den Aargauer Züchtern nicht mehr genug Tiere zur Auktion gemeldet wurden. «Wir sind überzeugt, dass wir neben einer grösseren Auswahl zudem die Qualität der Angebote noch weiter verbessern konnten», erklärt Hugo Abt, Rottenschwil, Präsident des Aargauischen Braunviehzuchtverbandes.

Entsprechend erwartet der Verband für die kommende Auktion am 15. April eine grosse Zahl an interessierten Besuchern.

Traditioneller Anlass

Die Braunviehauktion auf dem Horben ist im Freiamt inzwischen zur Tradition geworden. Den Aargauer Braunviehzüchtern ist es gelungen, einen guten Ruf bezüglich Qualität und Seriosität der Versteigerung zu schaffen und zu erhalten. Die Besucher und Käufer stammen aus der ganzen Schweiz, der Anteil der Stammkunden ist gross. Dies lasse die Braunviehauktion auf dem Horben auch in einem schwierigen Umfeld erfolgreich sein, hält der Verband fest.

Milchpreis am Boden

Und das Umfeld ist schwierig: «Leider hat sich der Milch- und Käsemarkt in den letzten Monaten sehr zuungunsten der Milchproduzenten entwickelt», schreibt der Verband. Mit dem Entscheid der Nationalbank, den Mindestkurs gegenüber dem Euro fallen zu lassen, sei der Milchpreis rasant gefallen.» Die Währungsnachteile sind auch sehr ausgeprägt im Käsemarkt zu spüren.»

Der Absatz von Schweizer Käse nach Italien und Deutschland habe einen massiven Dämpfer bekommen und werde auch in den nächsten Monaten noch stark darunter zu leiden haben. Glücklicherweise sei der Schlachtviehmarkt mit Schlachtkühen unterversorgt. «Gute Qualität kann zu sehr guten Preisen verkauft werden. Auf den öffentlichen Schlachtviehmärkten werden schöne Schlachtkühe zum Teil stark überboten.»

Eigentlich sei momentan eine gute Gelegenheit, ältere Kühe zu ersetzen. «Bei den hohen Schlachterlösen kann mit wenig Aufpreis eine junge, leistungsfähige Milchkuh auf dem Markt erworben werden.» Genau solche Kühe würden auf dem Horben im Angebot stehen.

Für die ganze Familie

Wären nur Käufer an der Auktion anwesend, wäre die Kulisse bescheidener. Die Versteigerung lockt jedoch jedes Jahr viele, nicht bäuerliche Schaulustige auf den Horben. Sie geniessen die spezielle Atmosphäre und natürlich auch die Sprüche von Gantrufer Bruno Furrer aus Mosen. Für das leibliche Wohl sorgen jeweils Stefan Villiger und sein Team von der Alpwirtschaft Horben.