Da machte das stürmische Wetter den Planern glatt einen Strich durch die Rechnung. Der Natur- und Vogelschutzverein hatte mit der Jagdgesellschaft einen Waldrundgang mit dem Fokus auf Tierspuren im Winter geplant. Der schmelzende Schnee hatte aber alles in Matsch verwandelt.

«Es wurden auch heftige Sturmböen angekündigt», so Jagdpächter Heinz Widmer, «da sollten wir nicht unbedingt im Wald herumlaufen.» Ansonsten befanden er und die kleine Gruppe, die sich zusammengefunden hatte: «Es gibt kein schlechtes Wetter, nur ungeeignete Kleidung.»

Einblicke in den Jagdalltag

Statt Rundgang gab es vier Vorträge am Forsthaus Zigi sowie in der benachbarten Jägerhütte. Zunächst gab Heinz Widmer allgemeinen Einblick. In den ruhigen Wintermonaten überprüfen die Jäger, ob die Hochsitze in Ordnung seien, sie lesen Fährten und beobachten ihr Revier. Falls es sehr kalt und verschneit sei, werden Sträucher und Pflanzen, die dem Wild als Futter dienen, vom Schnee befreit.

«So streng ist der Winter jetzt aber nicht», stellte er mit Blick auf den Regen fest. Ab Mai ginge es mit der Jagd wieder los, wobei zwischen Einzel- und Gesellschaftsjagd unterschieden werde. Erstere sei von Mai bis September. Wie der Name sagt, ist der Waidmann dabei allein. Die Letztere finde im Herbst statt, mit mehreren Jägern und Treibern.

Weiter ging es zu Reto Fischer, der seinen Zuhörern verschiedene Wildspuren, wenn schon nicht als Original im Wald, so zumindest als Modell näherbrachte:

Waldrundgang in Sarmenstorf mit Planänderung

Typische grössere Wildtiere seien Fuchs, Dachs und Rehe. Um festzustellen, welche Tiere im Wald leben, seien auch Wildkameras hilfreich.

Doch nicht jeder Waldbewohner lasse sich damit ablichten. Fischer erklärte: «Wiesel sind viel zu flink. Bis die Kamera auslöst, sind sie längst verschwunden.» Als hilfreiche Alternative gebe es Spurentunnel. «Darin ist in der Mitte ein Tintenkissen angebracht, wenn Wiesel oder Marder darüber laufen, hinterlassen sie auf dem danebenliegenden Papier Spuren», führte er aus.

Küchentipps und hilfreiche App

In der Jägerhütte spann Jägerin Manuela Widmer den Faden gleich weiter: «Tierspuren führen auch in die Küche.» Wildfleisch aus einheimischen Wäldern sei kalorienarm, reich an Omega-3-Fettsäuren und gar nicht so schwierig in der Zubereitung, wie viele vielleicht befürchten. «Überrascht doch einmal eure Gäste beim Fondue chinoise mit feinem Reh-, Hirsch- oder Wildsaufleisch.»

Die Sarmenstorfer Jäger verkaufen die erlegten Sommerböcke an Privatpersonen, bei Interesse dürfe gern bei ihr nachgefragt werden. Zur Freude der Zuhörer gab es Reh- und Wildsaubratwürste zum Verkosten.

Abschliessend betonten die Jagdaufseher Kurt Willborn und Patrik Rüegger, dass Wildunfälle unbedingt zu melden seien. «Es gibt die App ‹AG Jagdaufsicht›, die unkompliziert hilft, den zuständigen Jagdaufseher ausfindig zu machen und anzurufen. Das ist sehr hilfreich.» Das Fazit der Teilnehmer: «Das war ein spannender und lehrreicher Vormittag.»