Der Verein für Jugend und Freizeit (VJF), der 1990 als eine Art One-Man-Show gestartet hat, streckt sich heute von Zürich bis nach Solothurn. In Zukunft will der Verein neben der Förderung von Kindern und Jugendlichen sowie Integrationsangeboten auch das Gemeinwesen in seinen Aufgabenbereich einschliessen.

Geschäftsführer Arsène Perroud machte klar, dass sie die Gemeinden im Zusammenhalt und im Zusammenleben unterstützen möchten: «Unsere Ziele sind es einerseits, die Lebensqualität in den Gemeinden zu steigern und Probleme aufzugreifen, um diese langfristig zu lösen. Andererseits wollen wir aber auch die Zusammenarbeit und die Vernetzung der örtlichen Institutionen fördern», erklärte er an der Infoveranstaltung vom Mittwoch.

Ganz neu ist die Idee von der Zusammenarbeiten mit den Gemeinden jedoch nicht. Seit 2009 gibt es ein Projekt, das bereits in diese Richtung geht: die Toolbox. Sie unterstützt die Gemeinden und auch die Schulen in vielen Punkten. Das Projekt startete aufgrund von grossem Bevölkerungswachstum und dem steigenden Ausländeranteil in den Gemeinden. Einer der Dienste der Toolbox ist, dass ihre Mitarbeiter mit zu Elternabenden gehen und dort als Übersetzter agieren. «Das ist eine grosse Entlastung für alle Beteiligten», erklärte Katharina Stäger, Leiterin der Fachstelle Integration Toolbox Freiamt.

Weiter in Richtung Gemeinwesen

Mit der regionalen Koordination der Freiwilligenarbeit im Bereich Flüchtlingswesen geht es einen weiterer Schritt Richtung Verknüpfungen. Diese Koordination, die es seit Anfang Jahr gibt, hilft jenen Flüchtlingen, die sich in den Gemeinden betätigen, Kontakte knüpfen, die Sprache lernen oder sich einfach engagieren möchten. Das diene den Gemeinden, die sich wünschen, dass die Flüchtlinge eine Beschäftigung erhalten. Um das umzusetzen, braucht es viel Beratung, Begleitung und vor allem eine gute Vernetzung der Institutionen mit den Behörden.

Zuerst müsse man aber wissen, nach was man suche: «Es ist wichtig, dass man sich nicht nur an Zielgruppen orientiert, sondern sich auf Themen fokussiert, die mehr als eine Gruppe betreffen», erläuterte Fels. Dafür helfe der Partizipationsprozess, dessen Ziel es ist, dass mehrere Leute zusammen eine Idee planen, entwickeln und umsetzen.

Die offenen Jugendarbeiten vom VJF haben schon Erfahrungen mit Projekten in diesem Bereich. Zum Beispiel mit der Hall of Fame, in der Graffiti-Künstler in Wohlen legal Kunstwerke sprayen dürfen. Die offene Jugendarbeit Wohlen vermittelt dabei zwischen den Sprayern und der Gemeinde Wohlen, die den Raum für die Künstler zur Verfügung stellt. Es werden sicher noch viele Projekte folgen, und es sei auch nicht ausgeschlossen, dass noch weitere Bereiche dazu kommen: «Wir Organisatoren wollen uns immer ein Hintertürchen offen halten», schmunzelte Perroud.