Rottenschwil

Verlegung des Fussgängerstreifens als beste Option

Applaus von Gemeindeammann Romuald Brem (rechts) für den abtretenden, langjährigen Kollegen und Vizeammann Ralf Ernst.

Applaus von Gemeindeammann Romuald Brem (rechts) für den abtretenden, langjährigen Kollegen und Vizeammann Ralf Ernst.

Die Einwohnergemeindeversammlung genehmigte nach hitziger Debatte einen Kredit von 109000 Franken – damit wird der Fussgängerstreifen beim Schulhaus versetzt. Insgesamt kostet dieses Projekt 260000 Franken, den grösseren Teil übernimmt der Kanton.

Noch nie konnte sich die Gemeinde Rottenschwil am Ende des Jahres so viel Geld in die Taschen streichen wie 2012. Dennoch führte eine Investition von knapp 110 000 Franken zu einer recht kontroversen Diskussion – die letztlich doch im Sinne des Gemeinderates ausfiel.

Auslöser der hitzigen Debatte war die unlängst geforderte Verbesserung der Fussgängersicherheit. Konkret geht es um die Verschiebung des Fussgängerstreifens beim Schulhaus - notabene lediglich um fünf Meter.

Teuer und nicht ideal

Diese Anpassung plus die Erweiterung des Sichtfeldes der Fussgänger schlagen indessen tüchtig zu Buche: Insgesamt rechnet der Gemeinderat mit Kosten von 260 000 Franken, wovon der Kanton etwas mehr als die Hälfte übernimmt (az vom 12. Juni).

Der enorme finanzielle Aufwand blieb aber nicht der einzige Stein des Anstosses: Alois Schumacher zeigte sich etwa befremdet ob der hohen Planungskosten, die über 20 Prozent des Geldes verschlucken

. Beschwichtigend erklärte Vizeammann Ralf Ernst: «Die Kosten sind allgemein hoch budgetiert und wir nehmen an, dass sie geringer ausfallen werden.»

Doch die kritischen Stimmen verstummten nicht: «Durch die neue Positionierung steigt die Gefahr, dass ein Schulkind seitens der Werdstrasse angefahren wird», gab eine Bürgerin zu bedenken.

«Würde man den Vortritt dort streichen, steigt wiederum die Gefahr von der Hauptstrasse», erklärte Ernst. Bald zeigte sich: Die Rottenschwiler befinden sich in der Zwickmühle. Keiner der Lösungsvorschläge kann absolute Sicherheit garantieren, und dennoch ist es höchste Zeit, dass etwas unternommen wird.

Mit dieser Überzeugung verabschiedeten die Rottenschwiler und Werder den 109 000 Franken teuren Antrag des Gemeinderats mit 35 zu 4 Stimmen. Sämtliche andere Anträge wurden einstimmig angenommen.

Historisches Plus

Die Jahresrechnung präsentierte Anna Hoppler, die zugleich ihren Einstand hatte – und direkt ein Rekordergebnis verkünden konnte: «Wir schlossen das letzte Jahr mit einem Finanzierungsüberschuss von 570 000 Franken ab – das ist das beste Ergebnis in der Geschichte der Gemeinde Rottenschwil.»

Mitunter sei dies der löblichen Steuermoral der Rottenschwiler zu verdanken.

Zweiter der gestaffelten Abgänge

Zudem verabschiedete Romuald Brem seinen langjährigen Kollegen und Vizeammann Ralf Ernst. Seit 2002 war dieser im Gemeinderat tätig und bestritt seither rund 300 Gemeinderats-Sitzungen.

«Er war stets der ruhige Pol in unserem Kreis und wusste die Wogen immer zu glätten», lobte ihn Brem. Er lasse ihn nur ungern ziehen, doch letztlich habe er die Ruhe nach den Tausenden von Stunden im Einsatz für die Gemeinde verdient.

Ernsts Erbe wird Christoph Mathis antreten. In einem halben Jahr wird Ammann Brem selbst die Federführung über die Gemeinde an Daniel Moor weitergeben. Damit wird der gestaffelte Wechsel in der Führungsetage vollendet sein.

Im Rechenschaftsbericht kam Brem insbesondere auf einen renitenten Sozialhilfebezüger zu sprechen, «der jenem aus Berikon locker hätte das Wasser reichen können.»

Rottenschwil habe sich aufgrund des Datenschutzes aber mit einer Publikation zurückgehalten, aber alle Hebel in Gang gesetzt, um dem Mann die Leistungen zu kürzen. «Es war freilich ein geringer Erfolg bei einem gigantischen Zeitaufwand», sagte Brem frustriert. Zum Jahresende zog der Sozialhilfebezüger weg.

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