Karl Kron war immer auf dem Sprung. Zu Beginn einer Veranstaltung erklärte er oft, er müsse schnell wieder weg, die Arbeit rufe. Meistens war er es, der dann am längsten blieb. Und die so investierte Zeit in Gespräche und auch in die Geselligkeit irgendwie nachts wieder hereinholte.

Journalismus war seine Leidenschaft. Kron war einer, der (fast) alle und alles kannte, der bei aller Konkurrenz mit den Berufskollegen der anderen Zeitungen ein offenes, freundschaftliches und hilfsbereites Verhältnis pflegte. Er prägte seine Zeitung und gestaltete teilweise mit seinem CVP-Blatt auch die lokale Politik mit.

Journalist aus Leidenschaft

Kron, der seit 1951 in Muri journalistisch tätig war, hat nicht nur dem «Freischütz» eine grosse journalistische Arbeitsleistung erbracht. Er betreute auch im Auftrag von sechs Freiämter Verlegern zusätzlich den «Aargauer Anzeiger» und später dessen Nachfolgeblatt «Freiämter Woche». Er war ein erfolgreicher Unternehmer, der zusammen mit seiner Frau Priska die Heller Druck führte.

Sie beiden erlebten einen enormen technischen Wandel im Druckgewerbe mit. 1998 traten sie ins zweite Glied zurück, nachdem die Söhne Thomas die Verantwortung für Redaktion und Verlag sowie Marius für Kundendruck und Technik übernommen hatten. Aber Kron, als stolzer Aarauer, hat sich nicht nur beruflich ins damals konservative, sehr katholische Freiamt eingebracht.

Er war 16 Jahre Präsident der Katholischen-Konservativen Ortspartei, beziehungsweise dessen Nachfolgerin, der CVP Muri, Mitglied des Geschworenengerichts Aarau, Aargauer Verfassungsrat und Pressechef der Aargauer Pfadfinder - Kombinationen, die heute für Journalisten praktisch undenkbar sind und schon damals mit einem «normalen» Arbeitspensum nicht zu bewältigen waren. Kron brachte diese Engagements neben seinem Beruf mit grossem Einsatz unter einen Hut.

Ehrung durch Kulturstiftung

Der 80. Geburtstag von Karl Kron war 2006 für die Kulturstiftung St. Martin der Anlass, um den langjährigen Redaktor und Verleger zu ehren. Kari Kron hat die Menschen im Klosterdorf und in der Region nämlich nicht nur während über 50 Jahren begleitet, sondern sich auch für die Kultur engagiert. So war er beispielsweise für die Pressearbeit zum Freilichttheater «Der heilige Burkard und die bösen Weiber von Muri» 2003 verantwortlich.

Zwei leichte Steifungen schränkten Karl Kron in den vergangen vier Jahren in der Mobilität zunehmend ein, wie «Der Freiämter» in der jüngsten Ausgabe festhält. Es war ihm nur noch mit Unterstützung von Familienmitgliedern möglich, das Heim an der Seetalstrasse in Muri zu verlassen. Aber zu Hause nahm er bis zuletzt am Tagesgeschehen teil, indem er sich gerne in Zeitungen vertiefte.