Muri

Verkehrschaos über die Baustelle hinaus

Nichts geht mehr: Verkehrschaos am Donnerstag am frühen Abend in der Baustelle Zürcherstrasse in Muri mit Rückstau bis nach Birri. zvg

Nichts geht mehr: Verkehrschaos am Donnerstag am frühen Abend in der Baustelle Zürcherstrasse in Muri mit Rückstau bis nach Birri. zvg

Ein schwerer Unfall am Baregg hatte Auswirkungen bis ins Klosterdorf in Muri, wo sich Autofahrer selbst blockierten.

Plötzlich ging gar nichts mehr: Am Donnerstagabend, zur Hauptverkehrszeit, blockierten sich im Baustellenbereich Zürcherstrasse in Muri die Autos vollkommen, es gab vorerst kein Vorwärts und kein Rückwärts mehr.

Zum Stillstand gezwungen waren nicht nur die Autofahrer, sondern ebenso die Benutzerinnen und Benutzer des öffentlichen Verkehrs: Auch die Postautos blieben stecken.

«Unglaublich, wie aggressiv Autofahrer werden können», staunte ein Anwohner beim Beobachten der Szenerie. Der Verkehr staute sich bis über die Einmündung in Birri hinaus.

«Es war eine aussergewöhnliche Situation», bestätigt Daniel Selm, stellvertretender Chef der Regionalpolizei Muri, welche vor Ort war und versuchte, das Chaos zu lösen.

Als Auslöser des Verkehrssalats in Muri ortet er den Unfall am Baregg, bei dem am späten Nachmittag auf der A1 ein Lastwagen verunfallte, sodass dort die Autofahrer zum Teil bis zu drei Stunden im Stau standen.

«Als Folge davon erhöhte sich schliesslich in Muri in kurzer Zeit das Verkehrsaufkommen so stark, dass die Baustelle Zürcherstrasse es nicht mehr bewältigen konnte.»

Genervte Automobilisten machten sich mit einem Hupkonzert Luft. Andere versuchten, auf eigene Art, aus dem Chaos zu kommen, wichen etwa auf den Parkplatz vor der Bäckerei Kreyenbühl oder auf andere freie Flächen aus, was die Situation jedoch nicht wirklich entspannte.

Private entfernten kurzerhand die Absperrung in die Klosterfeldstrasse, damit wenigstens dort weggefahren werden konnte. Mithilfe der Polizei gelang es schliesslich, den Verkehr wieder zu verflüssigen.

Teilweise selber schuld

Gegenwärtig ist die Baustelle Zürcherstrasse mit zwei Ampelanlagen bestückt. «Die Phasen sind gut aufeinander abstimmt», sagt Selm, räumt aber ein, dass es hier immer wieder zu Rückstaus kommen kann, weil beispielsweise Fussgänger die Fahrbahn queren und Autofahrer deswegen anhalten müssen oder weil der Bus bei der provisorischen Haltestelle anhält, um Passagiere zu- und aussteigen zu lassen.

«Nicht immer, wenn man grün hat und einem noch Autofahrer entgegenkommen, sind diese auf der anderen Seite bei Rotlicht noch weitergefahren», sagt Selm. «Aber selbstverständlich gibt es auch das, wie bei jeder Baustelle mit Ampelanlage.» Wen die Polizei dabei erwischt, der wird gebüsst.

Verkehrsdienst in Aussicht

Bauleiter Heinz Mathis sieht das Rotlichtfahren kritischer. Genau darin liege eine der grösseren Schwierigkeiten bei dieser Baustelle. «Wir stellen fest, dass bei der Umschaltung des Signals auf Rot oft noch weitergefahren wird. Das führt zwangsläufig zu Problemen.» Eine Lösung kann eine durch den Verkehrsdienst bediente Signalanlage sein. «In den letzten eineinhalb Monaten ist es zwar nicht schlecht gelaufen, aber wir werden ab Dienstag wahrscheinlich trotzdem wieder einen Verkehrsdienst vor Ort haben», stellt Mathis in Aussicht. Es komme hinzu, dass der gegenwärtige Bauabschnitt mit der Verlegung von Wasserleitungen zusätzliche Platzprobleme verursache. Beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt werde die Situation regelmässig überprüft und entsprechend gehandelt.

Schleichwege werden kontrolliert

Dauerthema ist die Signalisation (siehe Kontext). Könnte oder müsste man Automobilisten nicht frühzeitig signalisieren, dass sie in eine Baustelle kommen, die sie besser umfahren würden? «Das ist schwierig», sagen sowohl Mathis als auch Selm. «Man müsste dann gleich eine grosse Umfahrung ausschildern.»

Ortsunkundige würden überall das Risiko eingehen, an eine Baustelle zu fahren, Ortskundige würden hingegen schnell ihre eigenen Ausweichrouten finden, zum Beispiel jetzt über den Weiler Hasli.

Die Polizei kontrolliert die «Schleichwege» durch die Quartiere; bei der Baustelle Zürcherstrasse wurde konkret die Grindelstrasse temporär mit Tempo 30 belegt.

Obwohl sich ab und zu Anwohner beklagen, es werde zu schnell gefahren, stellt Selm den Automobilisten ein gutes Zeugnis aus.

Sowohl bei Verkehrszählungen als auch beim Aufstellen des «Speedy»-Tempoanzeigegeräts habe sich gezeigt, dass das Tempolimit recht gut eingehalten wird. «Diese Feststellung machten wir auch bei scharfen Geschwindigkeitskontrollen.»

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