Wohlen

Vergewaltiger Pablo S. akzeptiert Verwahrung nicht und zieht Urteil weiter

Pablo S. suchte im Internet auf einer seriösen Babysitter-Plattform nach einem Babysitter für seine angebliche Nichte. (Archiv)

Pablo S. suchte im Internet auf einer seriösen Babysitter-Plattform nach einem Babysitter für seine angebliche Nichte. (Archiv)

Pablo S. missbrauchte, vergewaltigte und entführte Ende 2011 ein 15-jähriges Mädchen. Das Bezirksgericht Bremgarten verurteilte ihn zu zehn Jahren Gefängnis und einer Verwahrung. Diese will der Straftäter aber nicht akzeptieren.

Als das Bezirksgericht Bremgarten bei der Gerichtsverhandlung im Mai 2013 das Urteil veründete, reagierte Pablo S. geschockt: Mit zehn Jahren Freiheitsstrafe und einer anschliessenden ordentlichen Verwahrung hatte der 34-Jährige nicht gerechnet. Der Staatsanwalt hatte nur sieben Jahre gefordert.

Damit will sich der Verurteilte nun nicht abfinden. Er zieht das Urteil vor das Aargauer Obergericht, wie der «Blick» heute berichtet. Pflichtverteidiger Urs Lienhard will dort auf eine tiefere Strafe plädieren. Als Begründung verweist er auf das Bundesgerichtsurteil im Mordfall Lucie: Bei dem hatten die Richter erst Anfang Dezember die lebenslange Verwahrung ihres Mörders aufhoben. «Wenn es im Fall Daniel H. einen Schritt runtergeht, müsste das auch im Fall Pablo S. geschehen», sagt Lienhard.

Der Termin für den Prozess steht noch nicht fest.

Angeblich Babysitter gesucht

Pablo S. war bereits für mehrere Raubüberfälle vorbestraft, als er Ende 2011 im Internet auf einer seriösen Babysitter-Plattform nach einem Babysitter für seine angebliche Nichte suchte. Er nahm mit zwei Mädchen Kontakt auf. Nach einem mehrwöchigem Mail- und SMS-Verkehr traf sich der damals 32-Jährige mit einem 15-jährigen Mädchen.

Pablo S. holte das Mädchen ab, fuhr mit ihr in seine Wohnung nach Wohlen – zum angeblichen Probe-Babysitting. In der Wohnung bedrohte er das Mädchen mit einer Waffe und befahl ihr, sie solle sich ausziehen. Er fesselte und knebelte, missbrauchte und vergewaltigte das Mädchen.

Danach fuhr er mit seinem Opfer ins Tessin. Die Koffer hatte er schon Tage vorher gepackt. Das Mädchen war so eingeschüchtert, dass es die Flucht nicht wagte. Nach einer Übernachtung wollte Pablo S. das Mädchen zurückbringen. Auf der Rückfahrt wurde er von der Polizei verhaftet.

Grosses Risiko

Das psychiatrische Gutachten, das vor der Gerichtsverhandlung erstellt worden war, spricht von einer gestörten Sexualpräferenz und einer Persönlichkeitsstörung. Es sieht ein grosses Risiko, dass er weitere sexuelle Gewaltdelikte begeht. Die Chance, dass die grosse Rückfallgefahr in nützlicher Frist reduziert werden könne, sei gering. Der Angeklagten sei ein Mensch, der andere sehr gut manipulieren könne. (pz)

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