Im Schloss Horben sagt Heiri Knaus: «Hier wurden schon andere Schlachtpläne ausgeheckt.» Schlossherr Nicolas Borsinger macht klar, weshalb er für den Gründungsanlass des Vereins Pro Lindenberg die Türe geöffnet hat: Nicht nur die Tapetenmalerei von Caspar Wolf im Schloss sei Kultur, auch der Schutz des Lindenbergs.

Darum geht es dem Verein. Erster Kraftakt: die Verhinderung eines Windparks, wie er von AEW Energie AG, der Centralschweizerischen Kraftwerke AG (CKW) und der Genfer Stadtwerke (SIG) verfolgt wird.

Der Beamer wirft die Windpotenzialkarte des Bundes vom Juni 2017 auf die Leinwand. Der Lindenberg ist nicht eingezeichnet. Es werden Leistungszahlen von Windanlagen wie Mont Crosin, Le Peuchapatte im Jura oder Lutersami und Feldmoos Rengg unter dem Titel «Vision und Realität» gezeigt.

«Wir treten gegen drei mächtige Energiekonzerne an, die ihre Interessen verfolgen, aber das schreckt uns nicht ab.»

Heiri Knaus, Präsident Verein Pro Lindenberg Hämikon

«Wir treten gegen drei mächtige Energiekonzerne an, die ihre Interessen verfolgen, aber das schreckt uns nicht ab.»

Die Aussage: Ohne massive Subventionen sind Windanlagen in der Schweiz nicht rentabel, schon gar nicht auf dem Lindenberg. Dafür würde ein Naherholungsgebiet zerstört, wie Präsident Knaus ausführt (az vom 10. August).

«Man wird den Schall der laufenden Anlagen hören, Hämikon-Berg und Geltwil werden von Schattenwurf betroffen sein.» Flora und Fauna würden grossen Schaden nehmen, erklärt Isi Schennach, Aktuarin des Vereins, und Daniel Schmid, Vizepräsident und Gemeinderat in Merenschwand, wirft den potenziellen Windparkbetreibern vor, dass sie «kleine Schritte machen, um die Leute in der Region nicht zu brüskieren».

Häuser weniger wert

Es liegen auch handfeste finanzielle Eigeninteressen der Windparkgegner auf dem Tisch, wie Vorstandsmitglied Jürg Albers vorrechnet. Allein durch die mediale Präsenz des Projektes hätten sich die 30 Häuser auf der Müswanger Allmend entwertet. «Der Marktwert dieser Häuser von 27 Millionen Franken hat sich um einen Drittel auf 18 Mio. Franken verringert.»

Schon jetzt sei es schwierig, die Häuser zum normalen Marktwert zu verkaufen oder zu vermieten, geschweige denn, wenn sich Windräder drehen sollten. «Das hätte massive negative finanzielle Konsequenzen sogar bis in die Gemeinden» – Stichwort Eigenmietwertsbesteuerung oder Grundstückgewinnsteuer.

Gefahr für Grundwasser

Der Lindenberg ist mit einem grossen Grundwasservorkommen gesegnet, «in der Grösse des Hallwilersees», wie Knaus ausführt. Die tiefen und tonnenschweren Fundamente der Windanlagen würden mit Sicherheit das Grundwasservorkommen auf dem Lindenberg verschmutzen und beeinträchtigen.

«Das ist absolut unverantwortlich.» Wenn die Sicherheitsabstände zu den Windkraftanlagen (400 Meter Radius pro Anlage) eingehalten würden, reduziere sich die heutige Wander- und Bewegungsfreiheit im ganzen Gebiet. Schliesslich machten die Vertreter des seit 1970 bestehende Modellflugplatzes Moos in Müswangen und des seit 1969 in Buttwil angesiedelten Flugplatzes darauf aufmerksam, wie sich ein Windpark auf ihre Betriebe negativ auswirken würde.