Dietwil
Verdichtung im Dorfkern wird wichtiger: Gemeinderat beantragt Zusatzkredit für bauliche Dorfkernentwicklung

Wie soll und kann sich Dietwil weiterentwickeln? Im Zeitraum von 2013 bis 2015 wurde eine Analyse des Dorfes vorgenommen, ein Kriterienkatalog mit Zielen und Strategien erstellt und schliesslich das kommunale Konzept zur baulichen Entwicklung des Ortskerns erarbeitet.

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Blick auf Dietwil, hier auf die Dorfkernzone Museggstrasse. Das Augenmerk liegt auf der inneren Siedlungsentwicklung. zvg

Blick auf Dietwil, hier auf die Dorfkernzone Museggstrasse. Das Augenmerk liegt auf der inneren Siedlungsentwicklung. zvg

Eddy Schambron

Um dieses Konzept verbindlich umzusetzen, sind die Anpassung der Bau- und Nutzungsordnung sowie weitere raumplanerische Massnahmen notwendig.

Die Gemeinde soll damit ein Planungsinstrument erhalten, um die bauliche Entwicklung im Dorfkern lenken und fördern und gleichzeitig die architektonische Qualität und die dörfliche Identität Dietwils sicherstellen zu können. Allerdings zeigt jetzt die interne Kreditkontrolle auf, dass der eingeholte Kredit für die weitergehenden Planungsarbeiten nicht ausreicht. Für die weiteren Arbeitsschritte bis zum Abschluss der laufenden Teilrevision ist mit zusätzlichen Kosten von 115 000 Franken zu rechnen.

Gemäss Beitragszusicherung beteiligt sich der Kanton an diesen Zusatzkosten mit einem maximalen Betrag von 15 300 Franken. Die Stimmberechtigten werden an der Einwohnergemeindeversammlung vom 31. Mai über dieses Geschäft befinden.

Entscheid mit Folgen

An der Gemeindeversammlung vom 26. Mai 2011 hatten die Stimmberechtigten der Krediterteilung von 90 000 Franken für die Planung der Teilrevision Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland zugestimmt. Für die Begleitung dieses Projekts wurde eine Planungskommission eingesetzt.

Die Arbeiten wurden im Frühling 2012 aufgenommen. Aufgrund der kantonalen Vorgaben musste zuerst ein räumliches Gesamtkonzept erarbeitet werden. Nach dem öffentlichen Mitwirkungsverfahren und einer Informationsveranstaltung hat der Gemeinderat im Dezember 2012 dieses Leitbild zur räumlichen Entwicklung zur Veröffentlichung freigegeben. Anschliessend konnte mit der eigentlichen Teilrevision begonnen werden. Am 3. März 2013 hat das Schweizer Stimmvolk der Revision des eidgenössischen Raumplanungsgesetzes zugestimmt.

Dieser Entscheid hatte zur Folge, dass das Siedlungsgebiet im kantonalen Richtplan für die nächsten 25 Jahre festgelegt wurde. Die Gemeinde Dietwil wurde bei der Erweiterung der Bauzonenflächen jedoch nicht berücksichtigt, was einem vorläufigen Einzonungsstopp gleichkommt. Dadurch hat die innere Siedlungsentwicklung und Verdichtung stark an Bedeutung gewonnen. Die Situation in der Dorfkernzone von Dietwil zeigt sich dabei speziell, da die zahlreichen Gebäude unter Substanz- und Volumenschutz für das Ortsbild eine wichtige Rolle spielen und ein grosses bauliches Potenzial aufweisen.

Dieser Umstand wurde zudem verstärkt, indem das überarbeite Bauinventar der kantonalen Denkmalpflege vom April 2013 zahlreiche Änderungen, insbesondere Neuaufnahmen von erhaltenswerten Objekten, vorsieht. Diese Anpassungen sind in der Teilrevision zu berücksichtigen.

Planung neu abgestimmt

Aufgrund dieser veränderten Rahmenbedingungen mussten die weiteren Planungsarbeiten neu abgestimmt werden, um trotzdem eine Weiterentwicklung des Dorfes zu erreichen. Das Augenmerk wurde auf die innere Siedlungsentwicklung sowie die Aufwertung des Siedlungs- und Strassenraums gelegt. Für diese Arbeiten wurde das spezialisierte Büro Eins zu Eins Architekten AG in Aarau herangezogen. (az)