Bremgarten/Widen

Verbandsvorstand unter Beschuss: Altersheimplanung erweist sich immer deutlicher als Rohrkrepierer

Der nachträglich angebaute Fluchttreppenturm am erneuerungsbedürftigen Alterszentrum Bärenmatt in Bremgarten.

Der nachträglich angebaute Fluchttreppenturm am erneuerungsbedürftigen Alterszentrum Bärenmatt in Bremgarten.

Unter keinem guten Stern steht die Altersheimplanung des Gemeindeverbandes Regionale Alterszentren Bremgarten, Mutschellen, Kelleramt, die sich immer deutlicher als Rohrkrepierer erweist. Die Abgeordneten sagten an ihrer Versammlung im Alterszentrum Burkertsmatt in Widen nein zu dem vom Vorstand favorisierten Projekt.

Auf zu wackligem Fundament schienen der grossen Mehrheit der 22 Gemeindevertreter die Varianten für einen Ergänzungsbau in Widen und die Sanierung oder der Neubau des Hauses Bärenmatt in Bremgarten zu stehen.

Der Vorstand beantragte, das zweite von drei zur Auswahl stehenden Projekten an die Verbandsgemeinden als Vorlage für die Budget-Gemeindeversammlungen von 2019 zu überweisen. Diese Variante käme ohne Wohnprovisorium aus, da als Standort für einen möglichen Ergänzungsneubau ein Areal hinter dem bestehenden Alterszentrum in Widen ins Spiel gebracht wurde, wobei der Wunsch besteht, jenes der Gemeinde gehörende Land im Baurecht nutzen zu können.

Ergänzungsbau in Widen

Christoph Kaech von der FSP Architekten AG in Spreitenbach erläuterte den vom Vorstand bevorzugten, zweiteiligen Vorschlag, für dessen Umsetzung rund 37 Millionen Franken aufgewendet werden müssten. Rund 20 Millionen Franken würde der erwähnte Ergänzungsneubau mit 60 Pflegeplätzen nach heutigen Berechnungen kosten.

Dagegen würden in der Bärenmatt in Bremgarten für 15 Millionen Franken 36 Wohnungen erstellt, aber keine Pflegeplätze. Und genau das scheint der wunde Punkt in der ganzen Angelegenheit zu sein: Pflege lediglich in Widen und in Bremgarten nur noch wohnen – das geht nach Meinung einiger Abgeordneter gar nicht.

Nicht nur Alterswohnungen

Vizeammann Karl Kaufmann brachte den Stein gewissermassen ins Rollen, indem er sagte, dass man in Zufikon nicht damit einverstanden sei, dass das bestehende Alterszentrum Bärenmatt in Bremgarten in ein Haus mit Alterswohnungen und allenfalls Wohnen mit Service umgebaut werden soll.

Auch dort müssten weiterhin Pflegeplätze zur Verfügung stehen. Seinen Rückweisungsantrag ergänzte er durch die Feststellung, dass noch wichtige hängige Fragen bezüglich des Baurechts beim vorgelegten Projekt in Widen der Klärung bedürften.

Bremgarten will eine Umfrage

Michael Stoll, der neue Eggenwiler Vizeammann, zweifelte die Übereinstimmung eines Ergänzungsbaus in Widen mit dem Standort Bärenmatt in Bremgarten an und hielt fest, dass eine Variantenwahl deshalb noch nicht abstimmungsreif sei.

Als Vertreter von Bremgarten äusserte sich Stadtrat Daniel Sommerhalder: «Wir weisen den Antrag des Vorstands zurück und verlangen zuerst die Durchführung einer Umfrage in der Bevölkerung.» Dazu meinte Vorstandsmitglied Peter Spring, dass eine Umfrage zu vielen unterschiedlichen Meinungen, jedoch nicht zum gewünschten Ziel führen würde. Dann sei es um so schwieriger, letztlich doch noch eine zufriedenstellende Lösung in der Altersheimfrage zu finden.

Eine neuerliche Verzögerung in der Planung von nochmals einem halben Jahr wäre für das Alterszentrum Bärenmatt nicht wünschenswert, hiess es vom Vorstandstisch. Unter anderem sei man dort mit den feuerpolizeilichen Auflagen am Limit. So musste schon vor geraumer Zeit für die Sicherstellung der Fluchtwege eine stählerne Notausgangstreppe konstruiert und an der Nordost-Fassade auf der Seite zur Zugerstrasse hin befestigt werden.

Der Rückweisungsantrag aus Zufikon wurde von den Abgeordneten mit 17 zu 7 Stimmen unter der Bedingung gutgeheissen, dass eine Vorlage erst wieder zur Abstimmung gelangt, wenn alle Gemeinden über die weitere Planung gleicher Meinung sind.

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