Im Velounterstand der Schulanlage Risi in Dottikon sind in der Vergangenheit vermehrt Fahrräder von Vandalen beschädigt worden: «Wir reden hier nicht vom ‹Lüftelen› oder ähnlichen mehr oder weniger kleinen Delikten. Wir reden von massiven Sachbeschädigungen wie dem Durchschneiden von Bremskabeln und anderen sicherheitsrelevanten Eingriffen», erklärt der zuständige Gemeinderat Franz Lötscher.

Dem Vandalismus will man jetzt mit einer Videoüberwachung begegnen. Der Gemeinderat hat die Massnahme am 18. Februar beschlossen und diese Woche publiziert. Das erforderliche Konzept mit dem entsprechenden Reglement liegt bis am 15. April öffentlich auf.

50 Delikte in zwei Monaten

Über eine Videoüberwachung kann ein Gemeinderat nicht alleine entscheiden. Dazu ist vorab eine Bewilligung der Beauftragten für Öffentlichkeit und Datenschutz des Kantons erforderlich. Und diese gibt es erst, wenn eine Gemeinde nachweisen kann, dass bereits versucht worden ist, das Problem mit anderen Massnahmen zu lösen, diese aber nichts genützt haben. In Dottikon ist das der Fall: «Es hat vor rund fünf Jahren erstmals eine Häufung von Beschädigungen an Fahrrädern gegeben. Wir haben das Thema damals mithilfe des Schulsozialdienstes angepackt und versucht, die Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Aktionen dafür zu sensibilisieren», erklärt Lötscher. Das habe über eine gewisse Zeit gewirkt, mittlerweile habe sich das Problem aber wieder deutlich verschärft: «Der traurige Rekord waren 50 Sachbeschädigungen innerhalb von lediglich zwei Monaten, vom einfachen ‹Lüftelen› bis zum Durchschneiden von Bremskabeln. Trotz grossen Anstrengungen haben wir bisher jedoch nie jemanden überführen können», führt der Gemeinderat weiter aus.

Künftig sollen es Velo-Vandalen dank der Videoüberwachung in Dottikon schwerer haben: «Der Gemeinderat», sagt Lötscher, «legt Wert darauf, dass sich diese Überwachung eng auf den Veloständer beschränkt. Wir machen damit also nicht etwa Jagd auf Littering-Sünder, die es im Bereich des Schulhauses leider ebenfalls gibt.»

In Villmergen gibt es schon Videokameras auf dem Areal der Schulanlage Hof, der Veloständer dort wird bisher aber nicht überwacht. Das könnte sich ändern. Schulleiter Iso Kalchofner erklärt: «Es gibt auch bei uns immer wieder Sachbeschädigungen an Fahrrädern. Ein paar Täter haben wir erwischt, leider aber nicht alle. Zurzeit laufen deshalb die entsprechenden Vorabklärungen für eine Videoüberwachung des Velounterstandes.»

Gute Erfahrungen in Muri


In Muri hat man damit gute Erfahrungen gemacht: «Ich bin noch nicht so lange im Amt. Aber soweit ich weiss, sind die Sachbeschädigungen merklich zurückgegangen, seit der Velounterstand bei der Schulanlage Bachmatten videoüberwacht wird», sagt Renato Orsi, der Chef der Regionalpolizei.
Für die Regionalpolizei Wohlen sind Velo-Vandalen laut dem stellvertretenden Chef Matthias Schatzmann kein Schwerpunkt-Thema. Dennoch: «Sachbeschädigungen gibt es vor allem in den grossen Schulzentren immer wieder, und deshalb patrouillieren wir dort auch regelmässig. Anzeigen gibt es jedoch relativ wenige. Wohl auch, weil die Schäden oft nicht so gross sind.»

Vandalismus im Aargau: