Rad- und Fussweg
Velo-Highway durch Muri kommt

Die Gemeindeversammlung von Muri sagt Ja zum Kredit von über einer Million Franken für die erste Etappe des Velo-Highways.

Eddy Schambron
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Über die Zürcherstrasse gibt es neben der SBB-Brücke für den Rad- und Fussgängerweg eine separate Brücke.

Über die Zürcherstrasse gibt es neben der SBB-Brücke für den Rad- und Fussgängerweg eine separate Brücke.

Eddy Schambron

Das Beste dieser Murianer Gemeindeversammlung gleich am Anfang, obwohl es ganz am Schluss kam: Gemeindepräsident Hampi Budmiger erzählte, wie sich seine Tochter Emma empörte, dass der Gemeinderat Muri beim Bahnhofareal alle Bäume fälle und alle Krähen töte. Der Versuch, der Tochter zu erklären, dass tatsächlich nur zwei Bäume wegkämen, dass die Krähen ein neues zu Hause fänden und dass das vom Gemeinderat so auch mitgeteilt worden sei, brachte allerdings keine Beruhigung. So nahm der vermeintliche Krähentod wahrscheinlich auch in der Schule entsprechende Gesprächsdimensionen an. Erstaunt stellte die Tochter nach der Baumfällaktion fest, dass die meisten Bäume noch stehen und die Krähen nicht umgekommen sind.

«So kommt es mir im Moment in Muri manchmal auch vor, wenn es um andere Sachen geht», spielte der Gemeindepräsident mit dieser kleinen, persönlichen Geschichte auf aktuelle Diskussionen zum Beispiel rund um das Fremo-Areal an. Und erntete dafür grossen Applaus.

Mietvertrag noch offen

Zum Thema Fremo-Areal stellte Budmiger nur fest, dass die Bauherrin eine gültige Baubewilligung besitze und die Aufsichtsbeschwerde der FDP Muri gegen den Gemeinderat für diese keine aufschiebende Wirkung habe oder gar einen Baustopp bedeute. «Die Fremo darf bauen und wird es nach unseren Informationen auch tun». Einen Mietvertrag für das Provisorium der Abteilungen Steuern und Finanzen, Soziales sowie für die Regionalpolizei habe der Gemeinderat bisher noch nicht unterschrieben, es würden nur erste Entwürfe vorliegen. Die Beurteilung der Aufsichtsbeschwerde, beziehungsweise die Schlussfolgerungen des Regierungsrates werde allenfalls in die Verhandlungen einfliessen.

Bei der Erhöhung des jährlich wiederkehrenden Beitrags auf 125'000 Franken an die Führung von Muri Info kam Opposition auf. Gemeinderat Heinz Nater betonte, das Besucherzentrum sei eine wichtige Anlaufstelle, ein Teil der Attraktivität der Gemeinde und sorge für eine positive Wahrnehmung der Gemeinde von aussen. Roman Roth, Präsident der SVP Muri, fragte, weshalb man nicht den Leistungsauftrag kosteneffizienter anpasse, statt den Beitrag zu erhöhen. Und Robert Ulrich beantragte, die Vorlage abzulehnen. Muri Info arbeite hauptsächlich für Murikultur, also soll Murikultur den Hauptteil bezahlen. Die Erhöhung des Beitrags wurde jedoch grossmehrheitlich mit elf Gegenstimmen befürwortet.

Budget 2019 mit 106 Prozent

Einen Spaziergang hatte Vizepräsidentin Milly Stöckli mit dem Kredit von 1,030 Mio. Franken für die Rad- und Fusswegverbindung zwischen Bahnhof- und Luwa-Areal. Diese erste Etappe wurde grossmehrheitlich mit nur einer Gegenstimme gutgeheissen. Ebenfalls nur eine Gegenstimme gab es für den Umbau Hochwasserentlastungen und Regenüberlauf Bachstrasse, Dorfstrasse und Bleiche für 2,16 Mio. Franken. Schliesslich fanden die Fusion der Zivilschutzorganisationen Muri-Boswil und Oberfreiamt zum Gemeindeverband Bevölkerungsschutz und Zivilschutz Freiamt mit gleichzeitigen Anschluss der Kellerämter Gemeinden und das Budget 2019 mit einem Steuerfuss von 106 Prozent einstimmige Genehmigung. Ein Antrag von Robert Ulrich, den Beitrag von 100'000 Franken an den Ausbau und Betrieb Singisenflügel zu streichen, hatte mit 18 Stimmen keine Chance. Verabschiedet wurde Ueli Aberhard als Mitglied der Finanzkommission.

Kunstrasenfeld und Betriebsgebäude nicht nur für den FC Muri

Der FC Muri hat Vorrang, wenn es um die Benützung des Kunstrasenfeldes Bachmatten geht, das nun erstellt werden kann. Aber er wird nicht Alleinbenützer sein, wie Gemeinderat Beat Küng ausführte. Das Kunstrasenfeld mit Beleuchtung kostet rund 1,6 Mio. Franken. Daran steuern der Swisslos-Sportfonds einen Beitrag von 250'000 Franken und der FC Muri selber 100'000 Franken bei. Küng machte deutlich, dass Kunstrasen zwar teurer ist, aber dafür im Unterhalt einfacher und kostengünstiger. Das Feld kann unabhängig vom Wetter bespielt und vielseitig genutzt werden, etwa für kulturelle Veranstaltungen. Die Lebensdauer für den Unterbau beträgt rund 30 Jahre, diejenige der Kunstrasenschicht 10 bis 15 Jahre. Der Souverän sagte grossmehrheitlich und mit nur zwei Gegenstimmen ja zu diesem Projekt.

Dazu gehört ein Betriebsgebäude für Aussensportanlagen, das nochmals mit einer guten Million Franken zu Buch schlägt. Das Betriebsgebäude dient einerseits den Nutzern des Kunstrasenfeldes, andererseits aber auch allen übrigen Nutzern auf dem Gelände Sportanlagen Bachmatten. «Wir erstellen keine Luxusbauten, sondern machen eine sich lohnende, nachhaltige Investition für unsere Gemeinde und unsere Jugend», unterstrich Küng. Der Kredit fand grossmehrheitlich bei fünf Gegenstimmen die Genehmigung. (es)