Urs Hofmann ist ein überzeugter SPler. Er mischt sich aber mindestens ebenso gerne unter das Volk wie jene Politiker, die dieses gepachtet zu haben glauben. Als Nationalrat lud er jeweils zum «Café fédéral» und später als Regierungsrat zum «Café cantonal».

Für sein erstes Landammannjahr 2011 liess er sich etwas Weiteres einfallen: Er startete in Zusammenarbeit mit Gastro Aargau zu einer Beizentour durch alle Bezirke und setzte sich elfmal an einen Stammtisch, um mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen.

Die Idee eines Landammann-Stammtisches haben die anderen Regierungsmitglieder übernommen, er ist zur festen Tradition geworden, findet allerdings nicht mehr jedes Jahr in allen Bezirken statt. Hofmann hat sich in seinem zweiten Landammann-Jahr offiziell an sieben Stammtische gesetzt. Dreimal war er im Freiamt zu Gast – im Januar im «Chäber» in Wohlen, im August im «Huserhof» in Unterlunkhofen und jetzt zum Abschluss der Tour in der Alpwirtschaft Horben. Als Freiämter darf man daraus schliessen, dass der Landammann unsere Region mag.

Und das Freiamt mag ihn: «Er isch zwar e Sozi, aber er isch trotzdem verreckt guet», hörte man am Donnerstag auf dem Freiämter Hausberg nicht wenige eher konservative Bürger sagen.

Gekommen waren in den von Stefan Villiger geführten, legendären Gasthof gegen 40 Personen. Überwiegend Gemeindeammänner, Gemeinderäte und Grossratsmitglieder aus der Region, aber auch einige «gewöhnliche» Bürgerinnen und Bürger.

«Dumm schnorre wird gwählt»

Für den Aarauer Urs Hofmann war es fast ein Heimspiel. Am ersten Tisch wurde er von einigen ehemaligen Kollegen herzlich begrüsst. Mit den Freiämter CVPlern Köbi Peterhans (Sins), Hans Stutz (Islisberg), Andreas Villiger (Sins) und Josef Villiger (Beinwil) beispielsweise hat er im Grossratssaal einst wohl manchen Strauss ausgefochten und danach im «Rathausgarten» oder einer anderen Beiz friedlich ein Bier getrunken oder einen Jass geklopft.

Themen gab es am Stammtisch, der sich wie bei Urs Hofmann üblich ziemlich in die Länge zog, zur Genüge. Etwa der Wahlsonntag, der bei den Freiämter CVPlern nicht eitel Freude ausgelöst hat: «Hüt muesch eifach dumm gnueg schnorre ond scho bisch Nationalrat», wurde unverblümt kommentiert.

Die Kantonsfinanzen, das Sparpaket und der Lastenausgleich, der Strassenbau, die zunehmende Belastung der Gemeinden, die Raumplanung und die Abschöpfung der Umzonungsgewinne, der Rückgang der Aktiensteuern, Bauverhinderer und andere «Arschlöcher» – es wurde eifrig diskutiert. Unabhängig davon, ob der Landammann grad mit am Tisch sass oder etwas weiter weg mit anderen plauderte.