Wohlen
Unzählige Sterne leuchten zum 25. Geburtstag

Der Sternensaal feiert sich selbst – die Jüngsten des Vereins lassen die Erinnerungen in Bild und Ton hochleben. Die «Jungen Sterne» Anna Galizia, Jonas Bürgi und Lorenz Hegi sind etwa genauso alt wie der Verein und darin gross geworden.

Andrea Weibel
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Die «Jungen Sterne» Lorenz Hegi, Anna Galizia und Jonas Bürgi haben Ausstellung und Film organisiert.

Die «Jungen Sterne» Lorenz Hegi, Anna Galizia und Jonas Bürgi haben Ausstellung und Film organisiert.

«Ich freue mich wie ein kleines Kind am Geburtstag», gestand Eva Keller, Präsidentin des Vereins Sternensaal, am Freitag an dessen 25. Geburtstagsfeier. Denn es waren nicht etwa die langjährigen oder gar die Gründungsmitglieder, die auf die vergangenen 25 Jahre zurückblickten, sondern die jüngsten im Bunde:

Das merkte man dem Abend an: Sie kennen jeden Zentimeter im Haus – selbst jene Stellen am Boden, die nicht knarren, können sie benennen. «Wir haben sie extra mit Leuchtsternen gekennzeichnet, damit jene, die zu spät zu den Vorstellungen kommen, geräuschlos hereinschleichen können», erklärte Lorenz Hegi schmunzelnd.

Anekdoten und Gästebücher

Die geräuschlosen Sterne waren nur eine der unzähligen Insider-anekdoten, die das junge Trio in die Geburtstagsfeier einbezog. Im Estrich zeigten sie alte Programmplakate und Requisiten, Fotos und Kleider aus
den verschiedenen Eigenproduktionen und Gastspielen des Sternensaals. Da durften vor allem die «Tschingge», das wohl bekannteste Eigenfabrikat des Vereins, nicht fehlen.

Die drei nahmen sich auch den neun überquellenden Gästebüchern an, die von Künstlern und Besuchern über die Jahre mit Fotos, Zeichnungen und Geschichten gefüllt worden sind. In einer Jubiläumsbroschüre stellten sie diese unkommentiert neu zusammen – eine wahre Fundgrube der Erinnerungen.

Fünf Porträts in einem Film

Am eindrücklichsten war aber der 20-minütige Film, den sie gemeinsam mit den jungen Filmemachern Titus Bütler und Stefan Tschumi über den Sternensaal und seine «Bewohner»
gedreht hatten. So entstanden fünf Porträts, die liebevoll die Geschichte des Gebäudes beschreiben.

Der im Wohlen der Zwischenkriegszeit aufgewachsene Kurt Steimen erinnert sich dabei an die Sol-
datensuppe im Milchkesseli. Yvonne Amsler, die im Cabaret Weichi Bire mitgespielt hat, weiss noch, wie ihre Stücke in den Zeitungen kritisiert wurden. Pietro Vedovato ist mit der italienischen Arbeitervereinigung Acli in den Sternensaal ein- und Jahre später wieder ausgezogen und erinnert sich gut an «Spaghetti e Vino». Dann hatte der Vereinsgründer Urs Heller das Glück, sein Theater im Sternensaal einquartieren zu können. Und am Ende kommt auch die heutige Präsidentin Eva Keller zu Wort, die glücklich und überwältigt war von der
Arbeit ihrer «Jungen Sterne».

«A-Team und U25 – fantastisch»

Gemeindeammann Walter Dubler bedankte sich im Namen des Gemeinderates herzlich für die wunderbare Arbeit, die der Verein Sternensaal seit all den Jahren leistet. «In der Fussballsprache würde man sagen, wir haben heute nicht nur das A-Team, sondern auch das U25-Team gesehen. Beide waren fantastisch.» Der Gemeinderat offerierte den
Apéro, während der junge Musiker C. J. Marble auf seiner Gitarre begeisterte. «Wir haben lauter junge Talente in nächster Nähe», fasste Eva Keller sichtbar glücklich zusammen.