Villmergen

Untergrund und Witterung haben Bau verzögert

Verkehrsbelastung nicht gewachsen: Provisorische Umfahrung an Bünztalstrasse. to

Verkehrsbelastung nicht gewachsen: Provisorische Umfahrung an Bünztalstrasse. to

Eigentlich sollte der Trybach bereits ganz aus der Röhre geflossen sein. Das Vorhaben hat sich aber aus verschiedenen Gründen verzögert.

Während der Herbstferien 2016 wollte man an der Langelenstrasse zwischen Villmergen und Dintikon für den Trybach einen grösseren Durchlass bauen. Das kleine Gewässer war bis im letzten Sommer von der Unterzelgstrasse bis zum Holzbach noch eingedolt.

Seither hat man ihn schrittweise an die Oberfläche geholt. Geplant war der Abschluss der Renaturierung bis Ende 2016, jetzt hat sie sich aus verschiedenen Gründen ver-
zögert.

Das neue Bachbett ist zwar weitgehend erstellt, der neue Bachdurchlass unter der Strasse lässt aber weiterhin auf sich warten. Auch die provisorische Umfahrung im Bereich des Bachlaufes ist schon seit Wochen fertig.

Darüber sollte der Nord-Süd-Verkehr umgeleitet werden, während innerhalb einer Woche die neue Röhre erstellt wird. Der Plan hat vorerst jedoch nicht funktioniert, weil der Untergrund zu «lebendig» ist. Im Bereich der Baustelle ist der Grundwasserspiegel sehr hoch und der Boden zum Teil lehmig. Auch deshalb, und weil es in den vergangenen Wochen selten richtig trocken war, hat die provisorische Strasse den starken Verkehrsbelastungen von gegen 25 000 Fahrzeugen pro Tag nicht standgehalten.

Das Vorhaben ist vorderhand verschoben worden und es wird geprüft, wie man das Ausweichtrassee mit einfachen Mitteln stabilisieren kann. Wann genau der Durchlass nun erstellt wird, ist im Moment noch offen.

Die Verzögerung, so war zu erfahren, werde aber das Vorhaben kaum verteuern. Man sei zwar nicht mehr im Zeitplan, aber der Kostenvoranschlag könne voraussichtlich dennoch eingehalten werden.

Ein vernetztes Projekt

Die laufende Renaturierung des Trybachs ist Teil eines vernetzten Projekts, an dem seit 2001 geplant wird. Zum einen geht es um eine ökologische Aufwertung des ganzen Gebietes, zum anderen aber auch um den Hochwasserschutz.

Bei den starken Unwettern von 1994 und 1999 ist in Villmergen auch der Schwarzhaldenbach, der vom Rietenberg herunterfliesst, über die Ufer getreten und hat im Dorf grosse Schäden angerichtet.

Geplant ist, den Schwarzhaldenbereich dereinst bei Gewittern in den Trybach entwässern zu können. Deshalb muss dessen Abflussmenge gesteigert werden. Nach dem laufenden Ausbau soll sie bei mindestens 7 Kubikmetern pro Sekunden liegen. Die Verbindung mit dem Schwarzhaldenbach ist in Planung und soll in einer nächsten Etappe realisiert werden.

Autor

Toni Widmer

Toni Widmer

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