Regionalentwicklung
Unteres Bünztal fordert seine Eigenständigkeit: «Die Statuten sind in einigen Punkten hoffnungslos veraltet»

Der Regionalplanungsverband will dieses Jahr das Regionale Entwicklungskonzept abschliessen. Bis 2040 soll sich das Untere Bünztal als eigenständige Wirtschafts-, Wohn- und Freizeitregion im Zentrum des Kantons präsentieren.

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Wohlen entwickelt sich als Regionalzentrum und Wohnort weiter: Baustelle des Wohnparks Steindler.

Wohlen entwickelt sich als Regionalzentrum und Wohnort weiter: Baustelle des Wohnparks Steindler.

Eddy Schambron

Wie und mit welchen Massnahmen die Region Unteres Bünztal in die Zukunft will, wird dieses Jahr festgelegt. Der Regionalplanungsverband (Repla) Unteres Bünztal wird das Regionale Entwicklungskonzept abschliessen und den Gemeinden zur Vernehmlassung unterbreiten, damit es an der Abgeordnetenversammlung im nächsten Frühjahr beschlossen werden kann. An der diesjährigen Versammlung in Othmarsingen stellte Sasa Subak von der Metron Raumplanung AG die Zwischenresultate der bisherigen Arbeit vor.

Die Region Unteres Bünztal soll sich bis 2040 als eine eigenständige Wirtschafts-, Wohn- und Freizeitregion im Zentrum des Kantons positionieren. Sie soll mit einem attraktiven Regionalzentrum, mit gut erschlossenen Arbeitsplatzgebieten und funktionsfähigen Gemeinden in einer intakten Kulturlandschaft aufwarten und verkehrlich gut an die angrenzenden Wirtschaftsräume Aarau, Baden-Brugg, Zürich-Limmattal, Zug und Luzern angeschlossen sein. Mit dem Regionalen Entwicklungskonzept (REK) wird aufgezeigt, wie diese Ziele erreicht werden können.

Fünf Arbeitsplatzgebiete

Die bisherigen, in Workshops erarbeiteten Zwischenergebnisse gehen unter anderem davon aus, dass sich Wohlen weiter als attraktives Regionalzentrum entwickelt, dass die Region fünf regionale Arbeitsplatzgebiete aufweist und die Siedlungsentwicklung verstärkt nach innen erfolgt. Im Bereich Landschaft soll das Bewusstsein für die vorhandenen Naturschönheiten und die Zugänglichkeit der Natur- und Erholungsgebiete verstärkt werden. Im Bereich Mobilität und Verkehr wird die Bahn als «Rückgrat des öffentlichen Verkehrs» bezeichnet, mit einem attraktiven Busangebot als Ergänzung. Neben einem siedlungsverträglichen motorisierten Individualverkehr werden sichere und direkte Veloverbindungen angestrebt.

Jetzt werden die Strategie und die konkreten Massnahmen definiert, um die Ziele zu erreichen, wie Subak ausführte. Ende Mai wird ein erster Entwurf den Gemeinden zur Diskussion zugestellt. Die Reaktionen fliessen in eine weitere Runde im August ein, sodass schliesslich das gesamte REK Ende Jahr abgeschlossen werden kann.

Statutenrevision

Neben dem der Abgeordnetenversammlung präsentierten Arbeitsprogramm für 2016 hat der Vorstand der Repla eine weitere Aufgabe gefasst: Wie Vizepräsident Heiner Graf, Hägglingen, erläuterte, würden die heutigen Satzungen eine von Sarmenstorf geforderte Reduktion des Beitrags bei einer Doppelmitgliedschaft gar nicht zulassen, da Sarmenstorf der Repla Unteres Bünztal zugeteilt ist. In diesem Zusammenhang stellte der Vorstand aber auch fest, dass die Statuten auf das Jahr 1998 zurückgehen und auf dem Baugesetz von 1993 basieren. «Die Statuten sind in einigen Punkten hoffnungslos veraltet», machte Graf klar.

Die Versammlung beschloss, die Statuten zu revidieren und damit das Anliegen der Doppelmitgliedschaften (neben Sarmenstorf betrifft das in der Repla Unters Bünztal auch die Gemeinden Hendschiken, Othmarsingen und Waltenschwil) aufzunehmen. An der Versammlung wurden die Jahresberichte und die Jahresrechnung sowie das Budget 2016 mit einem unveränderten Mitgliederbeitrag von Fr. 1.50 pro Einwohner genehmigt. Der Bünztalpreis 2016 geht an die Gemeinde Hendschiken für die Renaturierung der Bünz. Elisabeth Leuppi wurde nach 26 Jahren Sekretariatsarbeit und Thomas Steinmann nach 19 Jahren Rechnungsführung für die Repla Unteres Bünztal verabschiedet.