Sarmenstorf
Unter seiner Führung wurde die Gemeinde auf Vordermann gebracht

Roman Lindenmann tritt nach 20 Jahren im Gemeinderat von der politischen Bühne ab. Während dieser Zeit verdreifachte sich die Bevölkerungszahl und Schulanlagen wurden neu gebaut. Zufrieden zieht er vor seinem Abtritt Bilanz.

Toni Widmer
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Roman Lindenmann ist seit 20 Jahren im Gemeinderat.

Roman Lindenmann ist seit 20 Jahren im Gemeinderat.

Toni Widmer

Dorfpolitik in Sarmenstorf ohne Roman Lindenmann? Kaum vorstellbar. Seit Jahrzehnten gab es kaum eine Gemeindeversammlung, an der er nicht das Wort ergriff. Vorerst als interessierter und engagierter Stimmbürger, später dann als Mitglied der Gemeindebehörde.

Seit 1993 ist Roman Lindenmann Gemeinderat, seit 2006 Gemeindeammann. 20 Jahre, in denen sich die Gemeinde rasant entwickelt hat. Die Bevölkerung hat um rund 800 auf über 2500 Einwohnerinnen und Einwohner zugenommen. Das Schulhaus Winkel wurde erweitert, das Schulhaus Linea und der Kindergarten neu gebaut, die alte Kläranlage stillgelegt und der Beitritt zum Abwasserverband Wohlen-Villmergen-Waltenschwil vollzogen, die Wasserversorgung durch einen Verbund mit Wohlen gesichert.

Infrastruktur auf Vordermann

«Wir haben die Infrastruktur unserer Gemeinde in den vergangenen Jahren auf Vordermann gebracht und – mit dem Erwerb des Furrer-Areals im Dorfzentrum – auch Reserven für die nächste Generation gesichert», hält der Lindenmann fest und betont gleichzeitig: «Die Verwirklichung dieser vielen Projekte ist das Gesamtwerk eines Gemeinderates, der – unterstützt von Verwaltung, den übrigen Gemeindeangestellten und Kommissionen – in den vergangenen Jahren sehr gut funktioniert und zusammengearbeitet hat.»

Entsprechend zufrieden zieht er in der Einladung zur Gemeindeversammlung vom 22. November, an der er und sein langjähriger Gemeinderatskollege Philippe Wüthrich verabschiedet werden, Bilanz: «Wir haben die Gemeinde nicht nur verwaltet, sondern weiter gestaltet und für die kommenden Jahre vorbereitet. Unsere Nachfolgerinnen und Nachfolger übernehmen eine Gemeinde mit zeitgemässer Infrastruktur, geordneten Finanzen und einer Verwaltung mit qualifizierten und motivierten Mitarbeitenden.»

Die Infrastruktur ist intakt. Gilt das auch für die Dorfgemeinschaft, die ebenfalls einen starken Wandel mitgemacht hat?

«Wer will kann sich integrieren»

«Die Gesellschaft hat sich verändert, das Vereinsleben ist nicht mehr dasselbe wie früher. Aber die Dorfgemeinschaft ist nach wie vor intakt. Wer will, der kann sich in unserem Dorf rasch und gut integrieren», ist der scheidende Ammann überzeugt.

Er selber wird auch in Zukunft im Dorf zu sehen sein: «Für mich ist die Beteiligung am Dorfgeschehen seit je wichtig. Ich war schon als junger Mann nicht nur am politischen Geschehen, sondern auch am Vereins- und kulturellen Leben stark interessiert.»

Seine erste Rede hat Roman Lindenmann an der Jungbürgerfeier von 1971 gehalten, als er als 20-Jähriger das Stimmrecht bekam. Im gleichen Jahr ist übrigens auch das Frauenstimmrecht eingeführt worden.

Seither ist er aktiv geblieben, hat in verschiedenen politischen Kommissionen und in der Kirchenpflege mitgearbeitet, war Adjutant in der Feuerwehr, Mitglied in den Organisationskomitees von grösseren und kleineren Anlässen und verkörpert seit Jahrzehnten die SVP-Ortspartei.

Es braucht einen breiten Rücken

Sein grosses Engagement für die Gemeinde ist nicht nur auf Beifall gestossen. Roman Lindenmann, der in der Regel sagt, was er denkt, wurde auch kritisiert. «Kein Problem», sagt er, «wenn die Kritik sachlich ist, stelle ich mich gern.»

Mühe hat er mit egoistisch motivierter Fundamentalopposition: «Wenn Leute aus persönlichen Motiven oder Interessen gegen ein Projekt oder einen Beschluss des Gemeinderats schiessen, so ist das unfair. Ich habe mich stets für eine ehrliche Politik eingesetzt und diesem Prinzip auch nachgelebt.» In der Politik, sagt er, brauche man zuweilen einen breiten Rücken.

Ist Ende Jahr definitiv mit allem Schluss? Der scheidenden Gemeindeammann schmunzelt: «Ich verliere das Interesse am Geschehen in der Gemeinde bestimmt nicht.»

Doch freue er sich darauf, wieder mehr Zeit für sich und seine Familie investieren zu können: «Meine Frau hat mich immer unterstützt. Sie ist aber über all die Jahre oft zu kurz gekommen. Da habe ich nun vorerst einiges nachzuholen.»