Angeführt und eröffnet wurde der grosse Fasnachtsumzug in Dottikon von den Kleinsten. Stolz präsentierten die Schüler des Kindergartens Dorf und ihre Gschpönli von Primarschule und Kindergarten Hübel in Dottikon ihre fasnächtliche Umsetzung des Umzugsmottos «Ziitlos».

Als Uhren ohne Ziffern und Kirchturmglocken folgten die Kinder vom Dorf einem grossen Kirchturm, dessen Uhr weder Ziffern noch Zeiger hatte. Die Schüler vom Hübel trugen ihre Uhren, auch ohne Ziffern, als Helme und führten dazu Zifferblätter an hohen Stangen mit sich, die zwar Ziffern, aber dafür keine Zeiger hatten. Mit diesem Auftakt wurde wohl jedem Zuschauer klar, dass mit der Fasnacht eine Zeit beginnt, in der Zeit keine Rolle spielt. Vom Schmutzigen Donnerstag bis und mit Fasnachtsdienstag stehen für angefressene Fasnächtler die Uhren still. In dieser Zeit lebt und feiert man den Moment und das pralle Leben.

Grosses Lob von Rüeblianern

Zeitlos einerseits und sehr aktuell andererseits waren die 55 weiteren Gruppen, die auf die beiden Eröffnungsnummern folgten. Da gab es unsterbliche Helden und Legenden zu sehen aus der Marvel-Welt, Globi und seine ganze Familie marschierten vorbei, aber auch Mickey Mouse feierte auf Dottikons Strassen, Barbie und Ken tanzten – noch original verpackt! – an den Zuschauern vorüber, und die Helden der Paw Patrol verteilten den Kindern an der Umzugsstrecke Zältli. Dazwischen löste die Loie Clique Boswil den Ärztemangel, die Schrankewankler Händschike servierten «S’letschte Schwiizer Raclette», Hächle Gugger und Hächle Zunft zeigten, was «Made in China» und was «Nicht made in China» ist, während sich die Fasnachtsgesellschaft Muri Adelburg als «Güsel Helden» und die Mösli-Clique Fischbach-Göslikon mit ihrem «Plastikmeer» dem grossen Thema Abfall und seiner Beseitigung widmeten. Damit ob all den Hinguckern auch die Ohren nicht zu kurz kamen, dröhnten, trommelten, schränzten und kakophonierten acht Guggenmusiken auf den 1,2 Kilometern von der Bahnhof- über die Mitteldorf- bis in die Hendschikerstrasse.

Willi Zeindler von der Rüeblizunft Dottikon lobte das neue Organisationskomitee des Umzugs in höchsten Tönen: «Die haben das sehr gut gemacht. Wir Rüeblianer haben den Umzug lange genug organisiert. Jetzt nehmen wir dafür selber mehr an Umzügen teil.»