Wohlen
«Unser Zeichen von Dankbarkeit»: Schüler verkaufen Buttons fürs Schüwo Park Fest

Die Primarschule Junkholz verkauft Festplaketten für die Schüwo-Park-Eröffnung. Wir haben vier Schüler auf ihrer ersten Verkaufsrunde begleitet.

Johanna Lippuner
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Yannick Hohl, Arda Acar, Endrit Ukshini und Loris Mauro präsentieren die Buttons, die sie verkaufen.

Yannick Hohl, Arda Acar, Endrit Ukshini und Loris Mauro präsentieren die Buttons, die sie verkaufen.

Johanna Lippuner

In der Aula der Wohler Primarschule Junkholz sitzen am Montagnachmittag 48 Sechstklässler auf dem Boden. Von ihren Gesichtern lässt sich Nervosität ablesen, sie erwartet eine grosse Aufgabe. In wenigen Minuten ziehen sie in Vierergruppen los, um Festplaketten für das Eröffnungsfest des Schüwo Parks zu verkaufen. Von Montag bis Donnerstag sind die Jugendlichen in zwölf Quartieren Wohlens unterwegs und bringen die Buttons für fünf Franken unter die Leute. Pro verkaufte Plakette fliesst ein Franken in ihre Klassenkasse. «Das ist eine besondere Erfahrung. Die Schüler tragen viel Verantwortung», sagt Schulleiterin Barbara Müller Hoteit.

Sie instruiert die Jugendlichen und erklärt, dass jeder 50 Buttons erhält und dafür verantwortlich ist, das Geld für diese zurückzubringen. Die Augen der Jugendlichen werden gross – das ist viel Geld. Die Schüler erhalten einige Beispielsätze, die sie beim Verkaufen sagen können. Diese werden gleich mit einem Rollenspiel eingeübt. Bevor sie losziehen, werden noch offene Fragen geklärt. «Was wenn jemand kein Deutsch versteht?» Darauf antwortet die Schulleiterin: «Dann probier es doch auf Türkisch – oder auf Italienisch. Ihr sprecht ja so viele Sprachen.» Zum Abschluss erklärt Frau Müller noch, dass die Gemeinde die Eintrittskosten der Primarschüler für die Badi und die Eishalle übernimmt und erläutert: «Diese Aktion ist unser Zeichen von Dankbarkeit.»

Besser als der Matheunterricht

Aufgeregt machen sich die Schüler mit dem Velo, dem Trottinett oder zu Fuss auf den Weg. «Ich finde das schon cool. Auf jeden Fall besser als der Matheunterricht», antwortet der 11-jährige Yannick Hohl auf die Frage, wie er die Verkaufsaktion findet. «Aber nicht so cool wie Sport», ergänzt sein Schulkollege Arda Acar. Die beiden verkaufen, zusammen mit ihren Freunden Endrit Ukshini und Loris Mauro, Buttons in der Umgebung des Junkholz- schulhauses. Auf die Frage, ob sie nervös seien, antwortet Acar mit «Ja», der Rest schüttelt den Kopf, sie wirken aber wenig überzeugend.

Vor jedem Haus spielt sich eine ähnliche Konversation ab: «Wer läutet?» – «Du.» – «Nein, wieso ich?» Bei den ersten vier Anwesen ist niemand zu Hause. Die Schüler beginnen schon, den Mut zu verlieren. «Ich verzweifle», sagt Acar bereits mit einem Seufzen. Beim fünften Versuch geht endlich jemand an die Tür, es wartet aber schon die nächste Herausforderung: Die Frau spricht kein Deutsch. Zum Glück kann Ukshini mit seinen Albanischkenntnissen weiterhelfen, und der erste Button wird verkauft. Die Schüler schöpfen aus ihrem ersten Erfolg neue Motivation, die aber nach weiteren Versuchen schnell wieder schwindet.

Entweder ist niemand zu Hause oder die Leute haben kein Interesse und die Schüler werden abgewürgt, bevor sie überhaupt ihre eingeübten Sätze fertig sagen können. «Jetzt mache ich es anders, jetzt mache ich es viel besser», nimmt sich Mauro nach den abweisenden Reaktionen vor und überarbeitet seine Verkaufsstrategie. Nach anderthalb Stunden sind aber trotzdem erst vier Buttons verkauft. Zum Glück haben sie ja noch drei weitere Tage vor sich. Ob sie es geschafft haben, alle Plaketten unter die Leute zu bringen, wird sich an den Jacken der Eröffnungsfestbesucher zeigen.