Taubenpopulation
Ungeliebte Vögel: Bremgarter Stadttauben sorgen für Ärger

Die Stadtbehörde und die Stadtverwaltung des Reussstädtchens Bremgarten starten eine Informationskampagne gegen die Taubenplage in der Altstadt. Im Zentrum des Reussstädtchens Bremgarten hausen schätzungsweise 100 Tauben.

Lukas Schumacher
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Der Taubenkot der gefiederten Altstadtbewohner nervt.

Der Taubenkot der gefiederten Altstadtbewohner nervt.

Lukas Schumacher

Die Vögel gehören zum vertrauten Altstadtbild. Sie sind aber auch eine Plage, da sie Gassen, Dächer, Fenstersimse und Fassaden stark verunreinigen. «Die Tauben bescheren unserer Werkhof-Equipe einen hohen Aufwand», sagt Stefano Righetti, Tiefbauleiter bei der Bauverwaltung Bremgarten. Die Bärengasse beispielsweise müsse man hin und wieder gar zweimal pro Woche vom Taubenkot befreien.

«Taubenfüttern verboten»

Stadtrat und Stadtverwaltung wollen jetzt auf sanfte Art Gegensteuer geben.

Von Radikalmethoden sieht man ab. Die Vögel werden weder eingefangen und eliminiert noch abgeschossen oder mittels Strom und Ultraschallwellen verjagt.

Stattdessen wird eine Aufklärungs- und Informationskampagne lanciert.

In gut zehn Tagen schickt die Stadtbehörde allen Haushaltungen in und bei der Altstadt eine Informationsbroschüre zu mit der Botschaft «Tierschutz ist: Tauben nicht füttern.» Zudem werden in der Altstadt mehrere Tafeln montiert, auf denen die Aufschrift «Taubenfüttern verboten» prangt.

Im Weiteren wird versucht, in Gesprächen auf jene vereinzelte Altstadtbewohner einzuwirken, die regelmässig aus falsch verstandener Tierliebe Stadttauben füttern.

Klare Worte des Experten

Das Füttern sei in der Tat ein Hauptproblem, nebst zu vielen Nist und Versteckplätzen der Tauben, betont Stadtrat Stefan Achermann. Er verweist auf einen Bericht von Fachmann Daniel Haag-Wackernagel.

Der Experte hält fest, dass sich die Taubenpopulation in erster Linie durch das Futterangebot reguliere. Folglich könne das Taubenproblem im Kern der Altstadt auch ohne Zusatzmassnahme gelöst werden, wenn die Bevölkerung sensibilisiert sei und konsequent aufs Füttern verzichte.

Haag-Wackernagel erwähnt im Bericht auch, dass der starke Taubenbefall beziehungsweise die Verkotung eine latente Gesundheitsgefährdung derAnwohner darstelle.

Diverse Abwehrmassnahmen

Untätig waren die Stadt und private Liegenschaftsbesitzer in den letzten Jahren keineswegs. Zahlreiche bauliche Massnahmen gegen die Taubenplage wurden verwirklicht. So bei Fensterbänken, Fensterläden, Dachrinnen oder Nischen. Insbesondere liess man viele bekannte Nistplätze in Dachböden ausräumen und die Öffnungen verschliessen.

Erfolg zeitigte eine Massnahme der Stadt bei der Holzbrücke. Vor mehreren Jahren wurde unter dem Brückendach ein feinmaschiges Netz angebracht. Es verhindert, dass sich die Tauben unter dem Dach der Brücke aufhalten und die Brücke ständig verkoten können.

Diese Massnahmen haben einiges gebracht, aber das Problem nicht komplett gelöst.

Ob die neue Kampagne von Stadtbehörde und Stadtverwaltung der fehlende Schlüssel zur Ursachenbekämpfung ist, wird sich in einigen Monaten weisen.