Villmergen
Unerfreulich: Das neue Schulhaus ist zu klein, bevor es fertig gebaut ist

Im neuen Schulzentrum Mühlematten in Villmergen müssen zwei Klassen mehr unterrichtet werden als einst geplant. Erfreulich: Der Neubau kostet mindestens 1,7 Mio. Franken weniger.

Fabio Vonarburg
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Am 16. August ist im neuen Schulzentrum Mühlematten in Villmergen der erste Schultag überhaupt. Dabei ziehen zwei Klassen mehr ein als geplant.

Am 16. August ist im neuen Schulzentrum Mühlematten in Villmergen der erste Schultag überhaupt. Dabei ziehen zwei Klassen mehr ein als geplant.

Fabio Vonarburg

Noch stehen im Schulzentrum Mühlematten in Villmergen Baumaschinen, noch wirken die Räume kalt, ein wenig trostlos. Doch bereits bevor die ersten Schüler am 16. August die neuen Klassenzimmer beziehen und somit Leben ins Gebäude einkehrt, steht fest: Das Schulzentrum ist zu klein.

An und für sich nichts Neues. Bereits im Frühling 2016 zeigten die überarbeiteten Prognosen, dass die zukünftigen Schülerzahlen in der Gemeinde höher sein werden als bislang angenommen. Einst ging man von 800 Schülern im Jahr 2022 aus, neuerdings von 1000. Die Baukommission Mühlematten reagierte und informierte im letzten Sommer darüber, dass das Schulzentrum neu für 13 Klassen aufgegleist wird.

Textiles Werken im Pavillon

Doch jetzt steht fest: Es braucht gar 14 Klassenzimmer im neuen Schulzentrum, in dem zukünftig die Schüler der dritten bis und mit sechsten Primarstufe unterrichtet werden. Wegen Neuzuzügern mit schulpflichtigen Kindern müssen zwei Stufen vierfach geführt werden. Bei der Planung ging man noch davon aus, dass es pro Stufe maximal drei Klassen braucht. Um im neuen Schulzentrum Platz für 14 Klassenräume zu schaffen, wird textiles Werken in einem Pavillon nebenan unterrichtet. Die Raumgrösse der Klassenzimmer im neuen Schulhaus wird somit nicht tangiert.

Zudem lässt man sich die Möglichkeit für ein weiteres Klassenzimmer offen. Denn das Zimmer, das im kommenden Schuljahr als Bibliothek und Aufenthaltsraum genutzt wird, liesse sich allenfalls in ein weiteres Klassenzimmer umfunktionieren. Bereits auf das Schuljahr 18/19 müsse man allenfalls von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, sagt Silvia Garmier-Schicker, Vizepräsidentin der Schulpflege Villmergen. Dann wäre die Kapazitätsgrenze definitiv erreicht. Mehr als 15 Klassen kann das noch nicht bezogene Schulzentrum nicht beherbergen. Sprich: der Schulraum wird schon wieder knapp. Trotz neuem Schulzentrum. Interessant: Ursprünglich plante Villmergen ein Schulzentrum mit 16 Klassenzimmern. Um Kosten zu sparen, kam man aber auf den Entscheid zurück. Die Frage drängt sich auf: Hat sich die Gemeinde verpokert?

Baukommission verteidigt sich

«Ich hätte gerne ein grösseres Schulhaus gebaut», sagt Markus Keller, der das Projekt bereits betreute als er noch Mitglied im Gemeinderat war. Er erklärt die Abkehr vom grösseren Schulzentrum wie folgt: «Wir wollten nicht mit einem Projekt vor die Gemeinde treten, wenn wir nicht mit Sicherheit sagen konnten, dass wir diesen Raum, dann auch wirklich brauchen.» Die wachsende Schülerzahl sei so gut berücksichtigt worden, wie man es zum damaligen Zeitpunkt verantworten konnte. «Wir wehren uns gegen die Einschätzung, nicht genug mutig gewesen zu sein. Wir hatten etwas Reserve eingeplant und besonders darauf geachtet, dass man möglichst flexibel auf Veränderungen reagieren kann.» Eine Flexibilität, die schon beinahe ausgeschöpft ist.

Bau kostet viel weniger

Noch ist der Bau des Schulzentrums, zu dem auch eine Doppelturnhalle und ein Allwetterplatz gehören, noch nicht abgeschlossen. Klar ist aber schon jetzt. Man wird rechtzeitig zum Schulstart fertig. Ebenso erfreulich: «Wir bleiben über 1,7 Millionen Franken unter dem Kostenvoranschlag», sagt Bauleiter Martin Köferli.

Ende Juli soll der Bau abgeschlossen sein, sodass zwei Wochen Zeit verbleiben, die Schulräume einzurichten und sich auf die über 300 Schüler vorzubereiten. Der von Anfang an sportliche Zeitplan konnte somit eingehalten werden. Dabei profitierte man vor allem vom trockenen Wetter im zweiten Halbjahr 2016.

Am 16. August wird es im neuen Schulzentrum zur ersten Stunde läuten. Die offizielle Eröffnungsfeier findet am 16. und 17. September statt. «Die Schule Villmergen freut sich extrem auf das neue Schulzentrum», sagt Silvia Garmier-Schicker, Vizepräsidentin der Schulpflege. Und Markus Keller: «Das Schulzentrum war eine grosse Aufgabe, aber auch eine wunderbare Befriedigung. Jetzt steht etwas ganz Tolles für Villmergen bereit – ein Schulzentrum, das dem Dorf sicher über zwei Generationen lang Freude machen wird.»