Schwingerfreunde sind treu: Der Guggibad Schwinget fand vor 57 Jahren erstmals statt. Auch am Sonntag waren ein paar (wenige) Besucher da, die schon damals dabei gewesen sind und bisher kaum je einen Anlass verpasst haben. Gegen 1500 Personen, schätzte OK-Präsident Rolf Schmid am frühen Nachmittag, sind ans Fest gepilgert, um ihre Bösen anzufeuern und auch, um andere Schwingerfreunde und -freundinnen zu treffen, zu fachsimpeln, Jodelgesang und Ländlermusik zu hören, Bier, Wein oder Mineralwasser zu trinken, Bratwürste, Bratchäs oder Pommes frites (am Schwingfest gibt es keine Pommes) zu essen. Gegen 1500 Besucher, das dürfte ein neuer Publikumsrekord sein.

Schwingerfreunde sind ehrlich: «Was wotsch dis Velo abschlüsse, mer send am Schwingfäscht, do passiert nüd», sagte einer zum anderen. Und der Veranstalter hatte sorglos die kleinsten Buben mit dem grössten Portemonnaie losgeschickt, um vor den Tribünen Getränke zu verkaufen.

Schwingerfreunde leben günstig: Die Cervelat vom Grill gabs für vier Franken, die Bratwurst für einen Fünfliber, die Flasche Bier auch, der Schwingerkafi (mit Rahm) hat sechs Franken gekostet und der Halbe sechzehn. Der Service hat im Guggibad einmal mehr so gut geklappt, wie die übrige Organisation. An einem Schwingfest steigen eben nicht nur die Bösen in die Hosen, sondern auch ganz viele fleissige Helferinnen und Helfer. Auf über 50 davon hat sich der OK-Präsident auch dieses Jahr wieder verlassen können.

Schwingerfreunde haben Humor: «Do hesch de s’Gschänk, wenn e sone Brocke of dir obe Ferie macht», sagt einer zum andern, als ein massiger Sennenschwinger auf einem eher schmächtigen Turnerschwinger lag und versuchte, auch noch dessen zweite Schulter ins Sägemehl zu drücken.

Schwingerfreunde sind friedlich: Es sei denn, es steht ihnen jemand vor der Aussicht, wenn ein Freiämter im Sägemehlring steht. Dann können sie ganz kräftig murren.

PS: Vermutlich braucht der Schwingklub Freiamt jetzt einen neuen OK-Präsidenten für den Guggibad-Schwinget. Rolf Schmid hat gesagt, er mache diesen Job so lange, bis ein Freiämter den Sieg hole. Jetzt hats Joel Strebel getan. Aus lauter Freude müsste Schmid eigentlich noch etwas weitermachen ...