Bevor ein Ball sauber ins Tor geschossen werden kann, braucht es nicht nur sehr viel Training, sondern auch einen Untergrund und ein Umfeld, die den Sport attraktiv und vor allem auch ungefährlich machen. Auf der Villmerger Sportanlage Badmatte sind die letzten beiden Bedingungen seit Jahren reines Wunschdenken. Die Anlage, die hauptsächlich von den 20 Mannschaften mit (aktuell) 334 Spielern benutzt wird, weist grobe Abnützungsspuren auf.

Der 1933 erstellte Hauptplatz ist in einem sehr schlechten Zustand. Ebenso sanierungsbedürftig ist der rund 40-jährige Nebenplatz, der vor allem als Spielfeld für den 5er-, 7er- und 9er-Fussball sowie den Junioren als Trainingsplatz dient. Die Ballfanggitter stehen windschief in der Landschaft, das Geländer steht auf bröckelnden Sockeln und der Rasen gleicht vielmehr einer Mondlandschaft als einer professionellen Spielwiese für einsatzfreudige Ballathleten. «Die Unebenheiten auf beiden Plätzen sind so gravierend, dass wir uns ernsthafte Sorgen um die Gesundheit der Fussballerinnen und Fussballer machen müssen», betonte Gemeinderat Renato Sanvido anlässlich der gestrigen Pressekonferenz, bei der das Projekt «Sanierung & Ausbau Sportanlage Badmatte» vorgestellt wurde.

Keine Pflästerlipolitik

«Bei der Finanzkommission und den Parteivorständen kam unser Projekt sehr gut an», bestätigte Gemeindeammann Lütolf. «Wir sind nun bereit, es an der Gemeindeversammlung vom 23. November dem Stimmvolk vorzulegen.» Die gestern präsentierte Version (siehe Planbild) sieht einen Hauptplatz aus Naturrasen und einen Kunstrasenplatz vor. Dazu kommen ein neues Garderoben- und Technikgebäude sowie Parkgelegenheiten auf Vorplatz und Umgelände. Der Verpflichtungskredit beläuft sich auf 4,9 Millionen Franken. «Das ist viel Geld», sagte Ressortvorsteher Sanvido, «aber eine Pflästerlipolitik käme auf lange Sicht viel teurer. Ausserdem ist das eine Investition in die Zukunft.» Eine absolut stimmige Aussage, angesichts der Tatsache, dass zwei Drittel der aktiven Fussballer in Villmergen Junioren sind.

Die Entscheidung für Kunstrasen auf dem Nebenfeld ist ebenfalls zukunftsgerichtet. Der Rasen hält mindestens 15 Jahre, ist unbeschränkt belastbar – auch im Winter – und sorgt damit dafür, dass die Turnhallen der Schule weniger stark belegt sind, wenn das Wetter kein Fussballspiel auf dem Naturplatz zulässt. Die neuen Garderoben werden künftig auch den Vorschriften des Fussballverbandes Genüge tun.