Für den Gemeinderat Muri ist klar: Die Verwaltungsabteilungen Finanzen und Steuern und Soziale Dienste der Gemeinde Muri sowie die Regionalpolizei Muri werden für voraussichtlich fünf Jahre, bis eine Lösung für ein neues Verwaltungsgebäude gefunden ist, in einem Neubau der Fremo Interdrink AG eingemietet.

Aber er hat eine Alternative, wenn das nicht klappen sollte: das Luwa-Areal. «In jedem Fall wird ein Umzug Ende 2019 möglich sein, und die Räume im Spital (Verwaltung) und beim Kanton (Repol) werden wie mit den Vermietern abgesprochen geräumt sein», hält der Gemeinderat in einer Mitteilung fest. Er gehe davon aus, dass Anfang Februar ein unterzeichneter Mietvertrag präsentiert werden kann. Ob dieser von der Fremo Interdrink AG unterschrieben sein wird oder von der Allianz Suisse Immobilien AG, lässt er offen.

Die Fremo Interdrink AG hat, nachdem die Baubewilligung rechtskräftig ist, mit den Abbrucharbeiten begonnen, um einen Büro-Neubau zu erstellen. Zwar hat die FDP-Ortspartei Muri eine Aufsichtsanzeige wegen der erteilten Baubewilligung eingereicht, die allerdings keine aufschiebende Wirkung auf das Projekt hat. Der Gemeinderat erwartet den Entscheid der Rechtsabteilung des Departements Bau, Verkehr und Umwelt im Januar nächsten Jahres; der vom Gemeinderat bevollmächtigte Anwalt hat die geforderte Stellungnahme abgeliefert. «Wenn der Entscheid der Rechtsabteilung so lautet, dass eine Bauverzögerung praktisch ausgeschlossen werden kann (kein Baustopp, keine Wiedererwägung etc.), dann kann der vorbereitete Mietvertrag mit der Fremo Interdrink AG unterschrieben werden.»

«Plan B»

Wenn nicht, hat der Gemeinderat einen «Plan B, der bis Ende Januar 2019 ausgelöst werden kann, womit der Umzug der drei Abteilungen im Spital und der Repol Muri im Jahr 2019 immer noch möglich ist», schreibt er. Dabei könne auf eine früher schon geprüfte Variante mit den gleichen Konditionen wie beim ursprünglichen Angebot zurückgegriffen werden, ergänzt er, ohne aber explizit zu erwähnen, dass es sich dabei um Räumlichkeiten auf dem Luwa-Areal handelt.

Grund für die Aufsichtsanzeige der FDP Muri zur erteilten Baubewilligung für das Fremo-Bürogebäude sei nicht eine Verhinderungstaktik, erklärte Parteipräsident Thomas Knecht Ende November. Vielmehr gehe es darum, Klarheit und Rechtssicherheit zu schaffen. Für die Partei stellt sich die Frage, ob für die Bewilligung des Fremo-Neubaus die alte, gültige Bau- und Nutzungsordnung massgebend ist oder die neue angewendet werden müsste, die eine massiv tiefere maximale Gebäudehöhe von zehn Metern vorsieht. Diese neue BNO ist vom Souverän genehmigt, aber vom Regierungsrat noch nicht in Rechtskraft gesetzt. Während die Partei in der Höhenbegrenzung auf diesem Areal den Willen des Souveräns sieht, geht der Gemeinderat von einem Mangel aus, den er nach der Genehmigung durch den Regierungsrat beheben will.