Bremgarten
Umgestaltete Hegnau: Champagnerperlen für eine Naturperle

Im Beisein von 15 Leuten und bei leichtem Regen ist das neu gestaltete Auen- und Gewässergebiet Hegnau gestern Montag eingeweiht worden. Es ist ein Gemeinschaftswerk von Pro Natura Aargau, Kanton Aargau und der der Ortsbürgergemeinde Bremgarten.

Lukas Schumacher
Merken
Drucken
Teilen
Einweihung des Auen- und Gewässerbietes Hegnau

Einweihung des Auen- und Gewässerbietes Hegnau

AZ

In rund 15-monatiger Bauzeit entstand bei der Reuss auf Bremgarter Boden eine zwei Hektaren grosse neue Naturlandschaft mit einem grösseren See, mit kleineren Tümpeln, Steilhängen, sanften Böschungen, einem Sandhügel für Uferschwalben und einem neuen Wanderweg samt Fussgängersteg.

Das neue Gebiet ist durch einen geschickt gestalteten Zu- und Abfluss mit der Reuss verbunden. Laut Fachleuten wird während rund 80 Tagen Reusswasser in den See fliessen.

Einmaliges Gemeinschaftswerk

Die Gestaltung des kleinen Naturparadieses ist ein Gemeinschaftswerk von Pro Natura Aargau, Kanton Aargau und der Ortsbürgergemeinde Bremgarten mir ihrer Fischereikommission. Beim Einweihungsakt würdigte Stadtammann Raymond Tellenbach die umgestaltete Hegnau als «bedeutende Errungenschaft, als grossartige kleine Naturparkanlage für Tiere und Pflanzen, aber auch für Fischer, Spaziergänger und Wanderer.» Für Thomas Egloff von der kantonalen Abteilung Landschaft und Gewässer stellt die Hegnau nun «eine bemerkenswerte Perle des Auenschutzparkes Aargau» dar. Ein Hauptpunkt dabei sei, den Flüssen wieder mehr Platz einzuräumen.

Initiant und Projektleiter der aufwändigen Neugestaltung war Naturschützer Christoph Flory, der frühere Geschäftsführer der Pro-Natura-Tochter CreaNatira. Flory hob «das grosse Verständnis der Ortsbürger- und Einwohnergemeinde Bremgarten» hervor. Die umgestaltete Hegnau seieines von 14 Teilprojekten im unteren Reusstal in unmittelbarer Flussnähe, «wovon nun einige realisiert sind, aber längst noch nicht alle.»

Erste Tiere: Frosch, Eisvogel, Fische
Nach den grossen Umgestaltungsarbeiten dominiert im Gebiet Hegnau die Farbe braun. An vielen Stellen beginnt es aber zu grünen und spriessen. «In zwei Jahren wird hier ein recht dichter Grünteppich vorhanden sein», merkte Thomas Urfer an, der Präsident von Pro Natura Aargau. Bei der Begrünung der Hegnau soll in erster Linie die Natur walten. Angepflanzt werden im Gebiet bloss einige Weiden und vereinzelte Schwarzpappeln und Eichen.

Bereits haben erste Tiere die neuen Lebensräume entdeckt und in Beschlag genommen. Am Einweihungstag hat man Wasserfrösche und einen Eisvogel gesichtet. Biberspuren wurden in der Nähe entdeckt, noch nicht im neuen Naturparadies. «Es dürfte auch einige Zeit dauern, bis Uferschwalben den angelegten Sandhügel als Brutstätte nutzen», mutmasste Christoph Flory.
Jungfische haben den Weg ins grosse neue Stillgewässer hingegen recht zügig gefunden. «Mehrere 1000 Kleinstfische verschiedener Fischarten schwimmen herum», sagte André Hufschmid von der Fischereikommission, «darunter sind auch Äschen.» Hufschmid hofft, dass die kleinen Äschen bald wieder in die Reuss abwandern. «Das Wasser des Hegnau-Sees ist viel zu warm für die Fische, sie würden verenden.»