Bremgarten

Umesinge für das Hilfsprojekt Synesius – und so über 3000 Franken gesammelt

StephanTroxler und Claudia Wiehl von Bremgarten Tourismus (links)überreichen, zusammen mit Heinrika Rimann, den Check vom Umesinge-Erlös an Stephan Gottet (rechts). chr

StephanTroxler und Claudia Wiehl von Bremgarten Tourismus (links)überreichen, zusammen mit Heinrika Rimann, den Check vom Umesinge-Erlös an Stephan Gottet (rechts). chr

Singend zogen vor Weihnachten und in der Altjahrswoche 40 Kinder in Bremgarten von Haus zu Haus. An den Verein Projekt Synesius wurden die gesammelten 3375 Franken vom Umesinge überreicht.

Die feierliche Übergabe des Checks vom Umesinge-Erlös fand im Dachgeschoss des Kornhauses statt, wo sich der Chorraum der Bremgarter Kantorei befindet. Stephan Troxler, Präsident von Bremgarten Tourismus, gab seiner Freude darüber Ausdruck: «Dank der Spendenfreudigkeit der Bevölkerung ist es uns möglich, jedes Jahr einen Spendenempfänger auszuwählen. Dabei berücksichtigen wir nicht nur karitative Einrichtungen vor Ort und in der Region, sondern in der ganzen Schweiz. Dieses Jahr erhält der Bremgarter Verein Projekt Synesius den Erlös der Spendensammlung vom Umesinge.»

Er überreichte, zusammen mit Claudia Wiehl vom Bremgarten Tourismus-Vorstand, den Check an den Präsidenten des Hilfsvereins, Stephan Gottet. Die Hilfsorganisation schuf und unterhält eigene Projekte, sowohl in Tansania als auch in den Slums von Kenias Hauptstadt Nairobi.

«Medizinische Versorgung und Bildung sind wesentlich in der Entwicklungszusammenarbeit. Wir sind daher dankbar für alle Beiträge und schätzen uns glücklich, dass uns der Erlös vom Bremgarter Umesinge zugesprochen wurde», bekräftigte Stephan Gottet.

Der Übergabezeremonie wohnte Chorleiterin und Musikpädagogin Heinrika Rimann bei, die treibende Kraft hinter dem Umesinge. «Nach den Herbstferien begannen wir mit den Gesangsproben.» Mitmachen können Kinder von der ersten bis zur sechsten Klasse, die von Sängerinnen und Sängern vom Kantorei-Chor unterstützt werden, wie deren Leiterin erwähnte.

Umesinge bereits im Mittelalter

Die Umesinger ziehen jeweils in Gruppen von fünf bis sechs Kindern von Haus zu Haus, wo sie in den allermeisten Fällen willkommen geheissen werden und ihnen nach dem Singen der Lieder eine Spende in das mitgeführte Kässeli gelegt wird. Das Umesinge hat in Bremgarten eine lange Tradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht und von der Lateinschule begründet wurde.

Denn seit dem 13. Jahrhundert gab es in Bremgarten eine angesehene Lateinschule, an der Knaben in den Fächern Kirchenmusik und Latein unterrichtet wurden. Berühmte Schüler waren der spätere Bremgarter Schultheiss und Chronist Wernher Schodoler (1490–1541), dann Heinrich Bullinger (1504–1575) und der Dramatiker und Musiker Johannes Aal (1500–1551).

An der Lateinschule entstanden die meisten der 12 Bremgarter Weihnachtslieder. Einige haben sich von dort aus im ganzen deutschsprachigen Raum verbreitet. Gesungen wurden die Lieder damals während der Weihnachtszeit von den Choralisten (Chorknaben) in der Kirche. Sie zogen beim Eindunkeln auch durch die Stadt, um die Frohe Botschaft von Jesu Geburt mit ihrem Umesinge zu verkünden.

Die Komponisten und Dichter der Bremgarter Weihnachtslieder sind unbekannt. Wissenschaftlich erwähnt wurden sie hingegen im Jahr 1921 von Adele Stöcklin, die im Auftrag der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde eine Sammlung von Weihnachts- und Neujahrsliedern herausgab.

Anhand der überlieferten Dokumente gab dann Musikdirektor und Bezirkslehrer Joseph Iten ein kleines Liederbüchlein heraus, das schliesslich die Quelle für den Bremgarter Brauch des Umesinge wurde.

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