Wohlen

Ukraine-Hilfe aus dem Aargau steht vor dem Aus

Marianne Piffaretti, Präsidentin des Vereins Help-Point Sumy, mit Stühlen für Schulen in der Ukraine, die in Wohlen für den nächsten Konvoi verladen werden – bald muss der Verein den Lagerplatz allerdings räumen.

Marianne Piffaretti, Präsidentin des Vereins Help-Point Sumy, mit Stühlen für Schulen in der Ukraine, die in Wohlen für den nächsten Konvoi verladen werden – bald muss der Verein den Lagerplatz allerdings räumen.

Der Verein Help-Point Sumy muss Ende Juli den Lagerplatz für Hilfsgüter in Wohlen räumen – jetzt suchen die Freiwilligen verzweifelt Ersatz.

Seit bald 15 Jahren leistet der Verein Help-Point Sumy aus Wohlen in der Ukraine humanitäre Hilfe. In der Schweiz sammeln die Freiwilligen der Organisation unter anderem Spitalbetten, Schulmöbel, Einrichtungen für Kindergärten und Altersheime, medizinisches Material für Spitäler und Arztpraxen und Ausrüstung für Feuerwehr und Rettungsdienste. Mit zwei Lastwagenkonvois im Jahr werden die Hilfsgüter in die Stadt Sumy gebracht, das Gebiet im Norden der Ukraine gilt als Armenhaus des Landes. Die Hilfsgüter werden dem Verein von Spitälern, Schulen, Rettungsdiensten, Feuerwehren und anderen Institutionen in der Schweiz gespendet. Mitglieder und freiwillige Helfer transportieren sie zum Lagerplatz in Wohlen, dort werden sie in Container verladen und für die Konvois bereitgemacht.

Verein muss Lagerplatz für Hilfsgüter bis Ende Juli räumen

Bisher stellte die Ferrowohlen AG dem Verein Help-Point Sumy einen Lagerplatz in einer Industriehalle kostenlos zur Verfügung. Doch nun droht dem Verein und damit der Ukraine-Hilfe aus dem Aargau das Aus: Das Unternehmen hat Präsidentin Marianne Piffaretti mitgeteilt, dass der Help-Point Sumy den Lagerplatz bis Ende Monat räumen muss. Wegen der vielen Bauprojekte auf dem Areal könne man dem Verein den Lagerplatz nicht mehr zur Verfügung stellen, heisst es im Kündigungsschreiben. Die Ferrowohlen AG habe den Verein in den letzten Jahren gern unterstützt und bedaure, dass dies nun nicht mehr möglich sei. «Das ist ein harter Schlag für uns und ich weiss im Moment nicht, wo wir so kurzfristig einen anderen Platz finden sollen», sagt Piffaretti. Die bisherige Lösung sei ideal gewesen, die Unterstützung der Ferrowohlen AG habe man sehr geschätzt.

«Ein gedeckter Platz, wo wir Hilfsgüter lagern, in die Container verladen und mit einem Kran bewegen konnten, das war perfekt», sagt Piffaretti. Sie sitzt in der Ferrohalle und führt fein säuberlich Buch über das Material, das die freiwilligen Helfer für den nächsten Transport im September in die Container verladen. «Wir stehen unter grossem Zeitdruck, ich habe in den letzten Tagen verschiedene Unternehmen angefragt, aber nur Absagen erhalten.» Der Verein hat in der Halle mehr Hilfsgüter gelagert, als in einem Konvoi nach Sumy transportiert werden können. «Ich weiss nicht, was wir tun sollen, wenn wir bis Ende Monat keinen anderen Lagerplatz finden», sagt Piffaretti.

Das Hauptproblem bei der Suche nach einem neuen Lagerplatz sind die Finanzen. «Wir können keine Miete bezahlen, wenn sich keine Firma findet, die uns gratis Platz zur Verfügung stellt, müssten wir die Hilfe einstellen», sagt Piffaretti. Sie gibt die Hoffnung aber nicht auf, dass sich eine Lösung finden wird. «Es ist mir klar, dass es keineswegs selbstverständlich ist, dass eine Firma uns kostenlos ein Lager zur Verfügung stellt, aber ich weiss, dass es Unternehmer mit einem grossen Herz für die humanitäre Hilfe gibt.» Wo sich der neue Lagerplatz befindet, ist für den Verein nicht entscheidend. «Wir suchen eine Fläche von rund 500 Quadratmetern in einer Halle, wenn möglich mit einem 20-Tonnen-Kran, irgendwo im Aargau», sagt Marianne Piffaretti.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1