Ueli Meyer ist des Glückes Schmied

Ueli Meyer liebt seine Arbeit als Schmied, aber auch die Abwechslung. aw

Ueli Meyer liebt seine Arbeit als Schmied, aber auch die Abwechslung. aw

Das teure Eisen war es, das früher die Finder von Hufeisen zu glücklichen Menschen machte. Noch heute ist das Glückssymbol beliebt – vor allem selbst geschmiedet.

Man muss es mit der Öffnung nach oben aufhängen, damit das Glück hineinfallen kann», erklärt Schmied Ueli Meyer den hiesigen Brauch mit den Glückshufeisen. «In Asien ist es genau anders herum, dort soll das Glück nämlich herausfallen können», lacht er. Klar ist bei beiden Kulturen: Hufeisen bringen Glück. Und der Hufschmied ist entsprechend der Glücksbote – zumindest im Fall des Villmergers Ueli Meyer.

Gleich nach seiner Lehre hat er begonnen, das Glück in Form von handgeschmiedeten Hufeisen vor allem bei Hochzeitsfeiern zu überbringen. «Ich helfe dem Paar, sein Glück mit Hammer und Amboss selbst zu schmieden», sagt er strahlend. Die Freude auf seinem Gesicht ist ansteckend, und obwohl kaum ein Paar auf Anhieb eine perfekte Hufeisenform aus dem Metallstab zu hämmern versteht, macht die Aufgabe Spass. «Es geht ja auch nicht darum, dass es perfekt wird, sondern dass man es gemeinsam macht», erklärt der Schmied. Den Anfang sowie die Feinarbeit am Schluss übernimmt der Profi jeweils selbst.

Ursprünglich war jedoch nicht der Hufschmied der Überbringer des Glücks. «Früher war Eisen sehr wertvoll, darum brachte es tatsächlich Glück, wenn man ein Hufeisen fand, das einem Pferd vom Huf gefallen war.» Heute sei der Materialwert gesunken. «Das Teure ist, dass die Pferde etwa alle fünf bis acht Wochen neu beschlagen werden müssen.»

Meyer liebt die Abwechslung, darum arbeite er nur rund 20 Prozent als Hufschmied und sei daneben als Hausmann und als Mechaniker in der Villmerger Mühle tätig. Dennoch lagern in seiner Garage Hufeisen für alle erdenklichen Pferdehufgrössen. «Das kleinste Eisen ist etwa 9 Zentimeter breit und für ein Shetlandpony gedacht. Das grösste hingegen weist eine Breite von 19 Zentimetern auf und passt auf ein Shire- Horse-Huf», vergleicht Ueli Meyer.

Aber wie werden Glückshufeisen denn nun eigentlich hergestellt? «Zuerst muss das Eisen auf der Feldesse auf etwa 1300 Grad erhitzt werden.» Dafür schüre Braut oder Bräutigam via Fusspedal das Feuer. «Dann hält man das Eisen mit der Zange fest und schlägt es mit dem Hammer über dem Amboss in seine Form.» Das sei nicht ganz einfach, doch die meisten Brautleute hätten viel Spass daran. «Zuletzt folgt das Beissen der Nagellöcher. Dabei hält einer das Eisen, der andere setzt den Beisser an und hämmert die Löcher.» Und schon sei das Glückshufeisen fertig. Auch an Firmenanlässen habe er schon oft geschmiedet, «aber Hochzeiten sind einfach etwas ganz Spezielles».

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