Bremgarten

Über 100 Zwillinge an grossem Treffen: «Er fuhr jahrelang mit dem Führerschein des Bruders»

Beim Zwillingstreffen in Bremgarten gab es über 100 Besucher in doppelter Ausführung.

Für einmal durfte man seinen Augen trauen, wenn man an diesem Wochenende in Bremgarten doppelt sah. Schliesslich fand hier das 44. Schweizerische Zwillingstreffen statt. Zwillingsvereins-Präsidentin Astrid Baumgartner erklärte: «Das Schöne am Zwillings-Dasein ist, dass man einen Freund und treuen Begleiter fürs Leben hat – man ist nie alleine.»

Diese Aussage hätten vermutlich die meisten, in Bremgarten anwesenden Zwillinge, unterschrieben. Sie sind sich einig, man teilt Freud und Leid, ist sich sehr nahe und hat eine enge Bindung.

Auch wenn sich die beiden Präsidentinnen Astrid Baumgartner und Adelheid Signer in puncto Kleidergeschmack nicht immer einig sind, haben sie für das Treffen einen gemeinsamen Nenner gefunden.

In diesem Jahr durfte sich der Verein über einige neue Gesichter freuen. Viele Paare waren zum ersten Mal dabei, so auch Christoph und Mirco Weinhart, 25, aus Winterthur. Sie wurden durch ihre Eltern auf den Zwillingsverein aufmerksam gemacht und wollten einmal erleben, wie es sich anfühlt unter seinesgleichen zu sein.

Umfrage: Was war oder ist euer schönster Zwillings-Moment?

Umfrage: Was war oder ist euer schönster Zwillings-Moment?

   

Besuch kam auch aus Übersee

Nicht zum ersten, sondern bereits zum dritten Mal, waren die beiden Brüder Dan und Mike Bosco aus Ohio, USA, anwesend. Präsidentin Astrid Baumgartner erklärt, wie es zu dieser Begegnung kam: «Im Jahr 2014 besuchte ich mit meiner Schwester Adelheid in Twinsburg, Ohio, das Zwillingstreffen, wir wollten das einfach mal miterleben, dort kamen über 2000 Zwillingspaare zusammen. Wir hatten eine gute Zeit und uns mit Dan und Mike angefreundet.» Seither reisen die beiden Männer jedes zweite Jahr ans Schweizerische Zwillingstreffen.

Dass sich Zwillinge wirklich sehr nahestehen und zum Teil ein Leben lang an der Seite des andern verbringen, beweist die Geschichte von Agnes Widmer und Ruth Scherer, 70, aus Kirchberg SG, eindrücklich: Die beiden Schwestern waren 1976 Mitgründerinnen und die ersten Präsidentinnen des Schweizerischen Zwillingsvereins.

Agnes Widmers Mann verstarb sehr früh, ihr Sohn war damals noch ganz klein. Um die junge Witwe zu unterstützen, zog Schwester Ruth kurzerhand bei Agnes ein und zog gemeinsam mit ihr den Sohn von Agnes gross.

Das Zwillingsdasein verleitet natürlich auch zu Spässen und allerlei kuriosen Verwechslungsgeschichten, Präsidentin Baumgartner weiss dazu noch ein paar Anekdoten aus ihren Jugendjahren: «Ich kann mich noch an einen Zwilling erinnern, der keinen Führerschein hatte, so fuhr er einfach jahrelang mit dem Führerschein des Bruders durch die Gegend. Und ein andermal hatte ein junger Mann eine Freundin, die Frau wusste aber nicht, dass dieser einen Zwillingsbruder hatte, so gingen einfach beide Männer eine Weile mit der jungen Frau aus.»

Und weil es so schön ist, alles im Doppelpack zu machen, hatten sich die Zwillinge ein ganzes Wochenende in Bremgarten reserviert. Am Sonntag konnten sie an einer Städtliführung teilnehmen, sich das Reusskraftwerk anschauen oder mit dem Schlauchboot, die Reuss hinunterschaukeln.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1