Kunst
Über 400 Gemälde: Bremgarten erhält ganzen Nachlass von Christina Blatter

Die kürzlich verstorbene Künstlerin vermacht der Stadt Bremgarten über 400 Gemälde. Das Verzeichnis dazu geht bald online. Blatter wird hochgelobt für ihre Kunst.

Marc Ribolla
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Ammann Raymond Tellenbach und Bruno Schwitter im Archiv.

Ammann Raymond Tellenbach und Bruno Schwitter im Archiv.

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Ihre Werke findet der gute aufmerksame Beobachter an unzähligen Orten in der nahen und fernen Region. Unter anderem auch im Kunsthaus in Aarau, in Muri, in Wohlen und in vielen Privatbesitzen im In- und auch Ausland. Auch Stadtammann Raymond Tellenbach und Vizeammann Doris Stöckli besitzen ein Werk der Bremgarter Künstlerin Christina Blatter.

Sie hat in ihrer Karriere regelmässig Einzel- und Gruppenausstellungen gemacht. Die Absolventin der Kunstgewerbeschule arbeitete zudem von 1973 bis 2003 als Zeichenlehrerin an der Kantonsschule Enge in Zürich und leitete Fortbildungskurse für Lehrer in Aarau. Hunderte interessierte Menschen absolvierten bei Blatter während rund 30 Jahre Zeichenkurse und lernten von der Künstlerin. Ende März dieses Jahres ist Christina Blatter krankheitshalber im Alter von 73 Jahren verstorben.

Fast eineinhalb Jahre Arbeit am Werkverzeichnis

Gestern stellte die Stadt Bremgarten den künstlerischen Nachlass Blatters vor, der offiziell an die Stadt übergeben wird. Es war ein Anliegen von Christina Blatter und auch ihrem Lebenspartner Bruno Schwitter, dass ihr Lebenswerk nach dem Tod nicht überall hin verstreut wird. Kurz nach ihrer letzten Ausstellung im Februar 2019 im «Klösterli» Bremgarten nahmen die beiden zusammen mit Richard Wurz, Bettina Leemann und Theres Honegger die Arbeit an einem Werkverzeichnis auf, um die rund 400 Bilder und Zeichnungen festzuhalten. Erst nach ihrem Tod konnte das Verzeichnis kürzlich nach stundenlanger Arbeit abgeschlossen werden.

Richard Wurz erklärt bei der Übergabe: «Es ist sehr wertvoll, dass ihr Lebenswerk nicht in irgendeinem Keller vermodert, sondern seinen Platz im Archiv der Stadt Bremgarten gefunden hat.» Auch Stadtammann Tellenbach zeigte sich erfreut: «Wir waren uns im Stadtrat rasch einig, dass wir ein solch wertvolles Legat nicht aus der Stadt lassen dürfen.» Die Sammlung von Blatters Werken lagert sicher und trocken im Archiv an der Zürcherstrasse und ist in elf Themengruppen aufgeteilt, darunter Freiamt, Bremgarten oder Jura. Als Sujets wählte sie u.a. Städte, Landschaften oder Menschen. Wurz beschreibt die Bedeutung von Blatters Werken so: «Sie gehört für mich im Freiamt zu den Künstlerinnen auf höchstem Niveau.»

Das Werkverzeichnis wird in den nächsten Tagen online auf der Website der Stadt aufgeschaltet. Das Ziel ist, die Werke nicht dauerhaft archiviert zu halten, sondern auch an Interessierte zu verkaufen. «Es gibt auch bereits die Idee, eventuell nächstes Jahr im Stadtmuseum eine Ausstellung mit Vernissage zu machen», sagt Tellenbach.

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