Zufikon
TV-Moderator Sven Epiney brachte Schwung in die Traktandenliste

Sie ist 75 Jahre alt und der Zufluss an Kundengeldern ist unvermindert gewachsen: Der Jahresgewinn der Raiffeisenbank beträgt knapp 550000 Franken. Sven Epiney moderierte die Versamlung.

Tim Honegger
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VR-Präsident Thomas Rüppel (links) und TV-Moderator Sven Epiney führen durch die Traktandenliste. Tim Honegger

VR-Präsident Thomas Rüppel (links) und TV-Moderator Sven Epiney führen durch die Traktandenliste. Tim Honegger

Tim Honegger

Regionalität und Volksnähe schreibt sich die Raiffeisenbank Zufikon mit grossen Lettern auf ihr Banner. «Der Erfolg gibt uns mit dieser Devise recht», sagte Bankleiter Roger Angst. Was die Bank unter diesen zwei grossen Begriffen versteht, zeigte sie bereits beim Einstieg in den Abend: Statt einer trockenen Rede über die Zahlen des vergangenen Jahres flimmerte ein Film über die Leinwand.

Zeit wie im Nu verstrichen

Die Protagonisten waren diesmal keine Hollywood-Stars, sondern Zufiker Bürger, die etwas über die Raiffeisenbank zu erzählen hatten. So auch Roger Karli: «Ich schätze die Nähe der Raiffeisenbank: Bei komplizierten Problemen kann ich sogar mit dem Chef sprechen – das ist schon aussergewöhnlich.» Selbst der CEO der Raiffeisenbank Schweiz trat im knapp fünfminütigen Video auf und betonte die kundennahe Ausrichtung der Bank.

So regional diese ist, umso grösser war freilich die Gestaltung der Generalversammlung selbst. Geführt wurde sie von TV-Moderator Sven Epiney. Dieser brachte reichlich Schwung in die Traktandenliste und liess die Zeit wie im Nu verstreichen. Ebenso imposant war die Anzahl Besucher: Ganze 650 Genossenschafter waren am Samstagabend in die Bremgarter Mehrzweckhalle gepilgert.

Der Zufluss an Kundengeldern ist bei der Raiffeisenbank Zufikon unvermindert gewachsen: Der Jahresgewinn beträgt knapp 550 000 Franken. Während viele andere Schweizer Banken stürmischen Zeiten entgegensehen, hält sich die Bank allen Fettnäpfchen erfolgreich fern. Etwa dem Skandal um die Beihilfe bei Steuerhinterziehung – «denn wir haben fast ausschliesslich Schweizer Kunden und sind davon kaum betroffen», erklärte Verwaltungsrats-Präsident Thomas Rüppel.

So machte sich die regionale Ausrichtung bei der aktuellen «Lex USA» bezahlt, bei der zwölf Banken ins Visier der amerikanischen Steuerbehörden gerieten – die Raiffeisenbank ist keine davon.

Eine Herausforderung ist der zunehmende Trend des Online-Bankings. «Wir müssen aufpassen, dass wir den Kontakt zu den Kunden durch das Internet nicht verlieren», so Rüppel. Angesichts der Probleme anderer Banken ist dies aber eine sehr bescheidene Schwierigkeit.

«Zufikon on Ice»

Zum 75-Jahr-Jubiläum nahm sich die Raiffeisenbank so einiges vor: «Ziel war es, die ganze Bevölkerung an daran teilhaben zu lassen», sagte Bankleiter Angst. Der Auftakt bildete das einmonatige «Zufikon on Ice», das sämtliche Erwartungen übertraf. Eine Wiederholung des Anlasses schliesst Angst nicht aus – «das wird aber nicht gleich nächstes Jahr sein». Jetzt folge die Generalversammlung und in weiteren 75 Tagen finde das Openair-Kino in Eggenwil statt.

Das Jubiläumsjahr werde ein Konzert von Oeschs den Dritten im Casino Bremgarten ausläuten. Ob diese öffentlichen Festivitäten zu einem besonderen Zuwachs an Kunden geführt hätten, sei schwierig zu sagen. «Bislang haben wir jedenfalls keine aussergewöhnlichen Sprünge festgestellt», sagte Angst. Glücklich über ihren Eintritt in die Genossenschaft sind indes bestimmt Sandra Wenger und Raymond Fallet. Sie sind das 4000. und 3999. Mitglied der Genossenschaft und erhielten an der Versammlung je ein Goldvreneli.