Volleyball
TV Lunkhofen: Wie tapfere Gallier vom Berg

Wer kennt nicht die tapferen Gallier, welche sich gegen das übermächtige Römische Reich wehrten. Dieser Vergleich wurde sicherlich schon öfters zitiert, doch beim TV Lunkhofen trifft er gleich in mehrfacher Hinsicht zu.

Alexander Wagner
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Keine Angst vor übermächtig scheinenden Gegnern: Lunkhofens Erik Harksen (rechts) beim Smash.

Keine Angst vor übermächtig scheinenden Gegnern: Lunkhofens Erik Harksen (rechts) beim Smash.

Alexander Wagner

Lunkhofen ist nur ein kleines Dorf und auch die Hallen sind extrem eng und kaum für höhere Ligen geeignet. Trotzdem behauptet sich der TV Lunkhofen seit vielen Jahren erfolgreich in der Nationalliga B.

Gute Junioren und Einzugsgebiet

Für diesen Erfolg gibt es weder einen Zaubertrank noch eine Geheimformel. Dafür zwei handfeste Gründe. «Wir arbeiten gut mit den Junioren», ist Trainer Christian Kron überzeugt. Und dass dies keine leere Worthülse ist, beweist, dass Lunkhofen immer wieder erfolgreich eigene Junioren ins Fanionteam einbauen kann. «Zum anderen profitieren wir von einem grösseren Einzugsgebiet, weil es in der Umgebung keinen höherklassigen Verein gibt», analysiert Trainer Kron. Denn nur aus Ober- und Unterlunkhofen den Nachwuchs zu rekrutieren, würde dann doch nicht reichen.

Die letzten zwei Partien gingen über fünf lange, packende Sätze und auch gegen die Appenzeller Bären mussten die Aargauer eine Zusatzrunde drehen. Nachdem bereits der erste Satz mit 28:30 eine epische Länge hatte, konnten sie den zweiten und dritten Durchgang für sich entscheiden. Den vierten und auch den Entscheidungssatz gewannen die Bären aus Appenzell. Lunkhofen schien etwas die Luft auszugehen, was nicht überraschend ist, haben sie doch nur gerade neun Spieler zur Verfügung. Zudem war Routinier Didier Perret noch angeschlagen. Da war es sicherlich nicht hilfreich, erneut über die maximale Distanz zu gehen.

Dünne Personaldecke

Am Ende der letzten Saison gingen gleich zwei Akteure in die zweite Mannschaft, einer kehrte auf das Sandfeld zurück und der vierte Lunkhofer versucht sich im Oberhaus, was jedoch für Lunkhofen wieder ein Kompliment ist, wenn sie Spieler für die NLA ausbilden können. «Aber es darf nicht viel passieren», ist sich Trainer Kron bewusst, und wenn dann einer der wenigen erfahrenen Spieler wie Perret ausfällt, kommt das sensible Mannschaftsgefüge schnell in Schräglage. «Aber wir sind gut unterwegs und die Abstimmung stimmt immer besser», ist der Trainer zuversichtlich.

So wollen sich die Lunkhofer weiterhin tapfer wehren und gegen die Teams aus den Metropolen in der NLB behaupten. Solange es geht, werden sie die übermächtig scheinenden Gegner weiter kräftig ärgern.