Oberrüti

Turbulentes Bettgeflüster auf der Bühne in Oberrüti

Eva Gabathuler (Anni Omlin) konfrontiert ihren Mann Georg (Jürg Guhl) mit dem Corpus Delicti.

Eva Gabathuler (Anni Omlin) konfrontiert ihren Mann Georg (Jürg Guhl) mit dem Corpus Delicti.

Mit einem rasanten Lustspiel startet die Theatergruppe Oberrüti erfolgreich in die neue Saison. Sie wagt damit unter der Regie von Beni Kreuzer den Griff ins Fach des schwarzen britischen Humors.

Mit dem Zweiakter «Zimmer 12a» der Autoren Anthony Marriott und Bob Grant wagt die Theatergruppe Oberrüti unter der Regie von Beni Kreuzer den Griff ins Fach des schwarzen britischen Humors.

Wenn ein Hotel mehr Übernachtungsgäste aufnimmt, als Zimmer vorhanden sind, wenn Gäste mit nicht ganz koscheren Absichten eigenmächtig umziehen, wenn Portier und Direktorin gleichzeitig munter Quartiere umverteilen, dann endet dies mit reichlich Verwirrung und wenig Schlaf. Die Premiere des Lustspiels «Zimmer 12a» in Oberrüti war ein voller Erfolg.

Imaginäre Zimmerwände

Einzigartig ist das komplexe Bühnenbild auf zwei Ebenen mit sieben Türen und zwei Abgängen, wobei der Zuschauer sowohl in eines der Hotelzimmer blickt, als auch das Geschehen in den Gängen ringsherum verfolgen kann. Eineinhalb Zimmer-wände sind also imaginär.

«Für die Schauspieler ist es nicht leicht, sich lediglich auf das Geschehen innerhalb ihres Schauplatzes zu konzentrieren, während ausserhalb eine weitere Szene parallel läuft», erklärt Beni Kreuzer, der zum zweiten Mal in Oberrüti Regie führt.

Der Halbprofi hat sich während fast 40 Jahren in seiner Heimat im Goms bei der Inszenierung unzähliger Schauspiele und an Theaterseminaren seine Erfahrung als Regisseur angeeignet. «Das ist eine tolle Equipe. Mit solchen Leuten zu arbeiten, ist ganz wunderbar», rühmt er.

Munteres Türenknallen

Ein stetes, in perfektem Timing aufeinander abgestimmtes Kommen und Gehen, je nach Temperament und Situation von entsprechend lautstarkem Türenknallen begleitet, hält Geschichte und Protagonisten auf Trab. Mit Lügen und Missverständnissen führen sie einander an der Nase herum, sodass sich wilde Geschichten-Konstrukte mit unerbittlicher Hartnäckigkeit über die ganze, etwas lang gezogene Handlung hin fortsetzen, ohne sich je ganz aufzuklären.

Herausragend ist Carlo Mattmann in der Rolle des Portiers Albert, der eine Salve hintergründig pointierter Wortspiele und bitterböser Gemeinheiten – oder Wahrheiten – kno-chentrocken und mit ungerührter, steinerner Miene abfeuert. Rabenschwarz und herrlich britisch. Sehr gelungen auch die verwirrend inhaltlosen Dialoge des bedrängten Ehebrechers Dr. Gabathuler alias Jürg Guhl mit Gattin und Geliebter.

Spieldaten und Vorverkauf: www.tgob.ch

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