Unterlunkhofen

Trüffelfamilie Schmid hat eine ganz edle Plantage angelegt

Christine Schmid mit Trüffelhund Fortuna und rund 250 Gramm Trüffel, demErgebnis nach vierstündiger Suche im Wald.

Christine Schmid mit Trüffelhund Fortuna und rund 250 Gramm Trüffel, demErgebnis nach vierstündiger Suche im Wald.

Christine und Hans Schmid kultivieren die Edelpilzknolle selber. Und sie haben ihre Hunde auf Trüffel abgerichtet. Und sie bringen in Kursen Hunden und ihren Herrchen bei, wie man Trüffel sucht – respektive findet.

Christine Schmid ist seit zehn Jahren passionierte Trüffelsucherin. Viermal pro Woche fahndet sie in Laubwäldern und an Waldrändern der Region mehrere Stunden täglich nach den aromatischen Edelpilzknollen im Boden. Dies in Begleitung von Ehemann Hans, einer Tochter und von zwei bis drei ihrer Hunde der italienischen Rasse Lagotto Romagnolo und der aus Russland stammenden Kleinrasse Bolonka Zvetna.

Christine Schmid hat ihre Vierbeiner auf Trüffel abgerichtet. «Trüffelsuche ist Teamarbeit zwischen Mensch und Tier», sagt die erfahrene Hundezüchterin. Nach einem Fund im Waldboden, zumeist in einer Tiefe bis 20 Zentimeter, sei es Pflicht und Ehrensache, das ausgebuddelte Loch wieder zuzuschütten.

Die Pilzausbeute schwankt stark. An einem guten Tag kommen mehrere 100 Gramm Burgunder-Trüffel zusammen. Laut Christine Schmid findet man den Burgunder-Trüffel (Tuber uncinatum) überall in den Laubwäldern Europas.

1200 Setzlinge gepflanzt

Im letzten Winter haben die Schmids begonnen, eine grosse Trüffelplantage anzulegen. Dies auf einer Fläche von zwei Hektaren auf eigenem Wiesland, das seit vielen Jahren extensiv bewirtschaftet wird und das sich wegen der vorteilhaften Bodenbeschaffenheit zur Trüffelproduktion eignet.

Hans und Christine Schmid pflanzten in einem ersten Schritt rund 1200 kleine Baum- und Gehölzsetzlinge ein, Hagenbuchen, Haseln, Linden, Zedern und weitere Arten. Die Wurzeln der gepflanzten Setzlinge waren zuvor mit Mycelien behandelt, mit Fadengeflechten des Burgunder-Trüffels geimpft worden. Der Pilz gedeiht in Symbiose mit dem Laubgehölz.

In einer zweiten Etappe will die Trüffelfamilie Schmid im kommenden Herbst/Winter 300 weitere Laubbäumchen auf der Plantage einsetzen. In Symbiose mit diesen Bäumchen sollen Perigord-Trüffel (Tuber melanosporum) resultieren, einer der weltweit kostspieligsten Speisepilze. Zudem ist geplant, die Trüffelanlage mit einem Teich zu komplettieren und die ganze Plantage später mit einer Umzäunung zu versehen.

Erste Ernte in 4 bis 8 Jahren

Der Trüffelanbau braucht eine zünftige Portion Geduld und recht viel Pflege. «Den nötigen langen Atem haben wir», teilt Christine Schmid schmunzelnd mit. Sie rechnet in vier bis acht Jahren mit einer ersten Ernte, wobei sie hofft, dass dann jedes dritte gepflanzte Bäumchen tragen wird, also im Untergrund Trüffel gebildet hat.

Bei einer solchen Trefferquote würden sich die Investition in die Plantage von über 30 000 Franken und der beachtliche jährliche Pflegeaufwand in der Anlage wirtschaftlich lohnen. Absatzschwierigkeiten dürften sich kaum einstellen, die Nachfrage nach Trüffeln und Trüffelprodukten ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen.

Die in den Wäldern aufgefundenen Trüffel vermarktet und verarbeitet die Familie Schmid selber. So stellt sie aus den edlen Pilzen Trüffelbutter, Trüffelkäse und andere Leckereien her.

Sie verfeinert mit Trüffeln auch alkoholische Getränke wie Cognac oder Wodka. Auf diversen Märkten bietet die Familie ihre Produkte feil, zum Beispiel am Zürcher Trüffelmarkt vom 4. Oktober in Weinigen, der das dritte Mal stattfindet, oder beim Herbstmarkt im nahen Bremgarten Ende Oktober.

Ausserdem führt Christine Schmid eintägige Hundekurse fürs Trüffelsuchen durch. «Den Hunden und Herrchen die Trüffelsuche beizubringen, ist gar nicht so schwierig», sagt sie.

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