Muri
Trotz Unfällen: So spektakulär war das Motocross Muri 2018

Das 43. Motocross in Muri könnte den absoluten Zuschauerrekord aufgestellt haben. Die vielen tausend Zuschauerinnen und Zuschauer konnten am Pfingstmontag ein Motocross der Superlative erleben, obwohl es zuerst zu Verzögerungen kam.

Eddy Schambron
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Motocross Muri 2018 Im Bild: Nico Jucker.
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Motocross Muri 2018 Im Bild: Nico Jucker Pablo Zablonier (von links).
Motocross Muri 2018
Franz Arnold hat sich eingerichtet Nahe am Pistenrand verfolgt er die Rennen am Motocross Muri
Motocross Muri 2018
Motocross Muri 2018
Motocross Muri 2018 Im Bild: Martin Weibel.
Motocross Muri 2018
Motocross Muri 2018
Motocross Muri 2018 Im Bild: Franco Betschart.
Motocross Muri 2018
Motocross Muri 2018 Im Bild: Loris Schoch und Flavio Wolf.
Motocross Muri 2018
Motocross Muri 2018
Motocross Muri 2018
Motocross Muri 2018 Im Bild: Steven Champal.
Motocross Muri 2018
Motocross Muri 2018 Spektakuläre Sprünge begeistern das grosse Publikum.
Motocross Muri 2018 Im Bild: Duane Cedric Hauser.

Motocross Muri 2018 Im Bild: Nico Jucker.

ALEXANDRA WEY

Er ist ausgerüstet: Campingstuhl, Polster für den Rücken, Regenschirm, ein Schemeli, um die Füsse hochzulegen, Rucksack. Auf dem Kopf ein Cap mit der Aufschrift «Pirelli», Sonnenbrille, Ohrenstöpsel. Franz Arnold aus Brandholz, Gemeinde Bettwil, besucht wenn immer möglich das Motocross Muri, «sicher schon 20 Jahre oder noch länger.» Möglicherweise hat er gestern sozusagen eine historische Ausgabe erlebt: Wenn der Zuschauerrekord am 43. Motocross Muri geknackt worden ist, wundert das niemand.

«Die Atmosphäre», sagt Franz Arnold, zieht ihn ans Motocross. Wer da fährt und wer gewinnt, ist ihm eigentlich egal – und er dürfte damit einer unter vielen sein. Aktiver Töfffahrer wurde er 67-Jährige, obwohl sozusagen in einer Töfffahrer-Familie aufgewachsen, nie. «Den Lehrbrief hatte ich im Sack», sagt der früher als selbstständiger Zimmermann tätige Arnold, «aber als der zweite Bruder bei einem Töff-Unfall ums Leben kam, habe ich verzichtet.» Der eine Bruder fuhr 3500 Kilometer in die Ferien und kam auch heil wieder nach Hause. «Aber als er später den Töff waschen wollte, wurde er von einem Autofahrer übersehen».

Der zweite Bruder musste zwei Jahre danach einem nicht korrekt beleuchteten Bus ausweichen und kollidierte tödlich mit einem Baum. «Da war für mich Schluss mit Töfffahren.» Aber er hat auch noch einen in Töfffahrer-Kreisen bekannten Bruder: Josef Arnold, besser bekannt als «Brands Hatch», führte zuerst im Brandholz, seit längerer Zeit in Reinach eine Motorradwerkstatt.

Beste Bedingungen

Arnold und die vielen tausend Zuschauerinnen und Zuschauer konnten am Pfingstmontag ein Motocross der Superlative erleben, obwohl es zuerst zu Verzögerungen kam. Ein Unfall erforderte den Einsatz eines Helikopters, ein weiterer Unfall noch vor 9.30 Uhr machte den Einsatz des Ambulanzfahrzeugs nötig. Solange dieses nicht wieder auf Platz war, konnte der Trainingsbetrieb nicht aufgenommen werden. Keine Frage, dass das Publikum Geduld übte. Es wurde denn auch nicht enttäuscht: Was es mit einer rund halbstündigen Verspätung auf der Aspi-Piste erlebte, war Motocross vom Feinsten.

Die packenden Rennen in den Kategorien Inter MX Open, Inter Side Car, Inter MX 2 und Yamaha Cup begeisterten auch jene mit spektakulären Zweikämpfen, die weniger von der sportlichen Seite herkommen. Die Bedingungen waren nicht nur auf der Piste hervorragend. Der Motorradsportclub (MRSC) Muri hat einmal mehr einen Event geschaffen, der über das Erlebnis Motorsport hinausgeht. Mit diversen Ausstellungsständen, Verpflegungsmöglichkeiten, der MX Academy, auf der Kinder auf einer kleinen Piste erste Fahrversuche machen konnten, wurde ein vielseitiges und attraktives Programm auch neben der Piste geboten.

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