Ringen

Trotz Niederlage: In der Freiämter Ringerhochburg Zuversicht

Marc Weber (oben) gewann seinen Kampf gegen den Willisauer Samuel Schwyzer durch technische Überlegenheit mit 16:1.

Marc Weber (oben) gewann seinen Kampf gegen den Willisauer Samuel Schwyzer durch technische Überlegenheit mit 16:1.

Die Freiämter Ringer haben die Nati-A-Qualifikation mit einer 16:23-Heimniederlage gegen Meisterschaftsfavorit Willisau abgeschlossen.

Im bedeutungslosen letzten Qualifikationskampf setzten beide Vereine einige junge Ringer ein. Diese bezahlten durchweg Lehrgeld. Den Unterschied machten die Spitzenringer der Willisau Lions aus. Die Kaderathleten Tobias Portmann, Samuel Scherrer und Stefan Reichmuth gaben eine eindrückliche Kostprobe ihres Könnens ab. Hingegen enttäuschte EM-Medaillengewinner Randy Vock auf Seiten von Freiamt. Der Freistilspezialist verlor bis 65kg Greco, wobei nicht nur Trainer Marcel Leutert eine zweifelhafte Kampfrichterleistung beklagte.

Der Unparteiische aus der Innerschweiz erwies sich auch in anderen Mattenduellen keinesfalls als Heimschiedsrichter. «Ich mag mich gar nicht darüber aufregen, das Resultat hat keine Bedeutung», winkte Leutert ab. Sehr wohl wusste er, dass er den Grund der Niederlage anderswo suchen musste. «Willisau verfügt über ein Kader mit viel Substanz und Spezialisten in ihrer Stilart.»

Lehrstunde für Zurfluh im Schwergewichtskampf

Freiamt deklarierte traditionell den letzten Qualifikationskampf als Spitzensportabend und ehrte während der Pause die erfolgreichen internationalen Athleten. Dazu gehörte auch Willisaus WM-Bronzegewinner Stefan Reichmuth. Im Schwergewichtskampf bis 130kg demonstrierte er gegen Greco-Spezialist Roman Zurfluh Freistilringen auf internationalem Niveau. Die Lektion dauerte knapp vier Minuten, bis Reichmuth bei 18:0 durch technische Überlegenheit als Sieger feststand. Etwas besser verkaufte sich Freiamts Kuba-Schweizer Wilbert Machin Barroso, der zwar gegen Samuel Scherrer auch vorzeitig verlor, aber dank zweier Wertungen einen Mannschaftspunkt ergatterte.

Von der guten Stimmung der 650 Zuschauer liessen sich Freiamts Leichtgewichter Colin Brunner und Nino Leutert tragen, die beide sichere Punktesiege über die Zeit brachten. Für Brunner war’s die NLA-Premiere. Durch Vocks Niederlage ging Freiamt mit einer 7:11-Hypothek in die zweite Hälfte.

Das Glück für eine ­Überraschung fehlte

Nach der Pause wechselte das Momentum hin und her, wobei sich Willisau nicht mehr in Bedrängnis bringen liess. Die Freiämter Marc Weber und Nico Küng besiegten zwei Willisauer NLA-Neulinge, andererseits verloren die einheimischen Ersatzringer Sascha Rüttimann und Kimi Käppeli ebenso klar. Hartnäckig zur Wehr setzte sich Joel Meier bis 74kg Greco. Letztlich fehlte auch ihm das Glück für eine Überraschung.

Marcel Leutert nützte die letzte Chance der Saison, Ersatzringer und Nachwuchstalente einzusetzen. «Das war ein Abend ohne grosse Aussagekraft», zeigte sich der Cheftrainer wenig enttäuscht über die höher als erwartet ausgefallene Niederlage. Nun beginnt mit dem Halbfinal gegen Kriessern die Meisterschaftsentscheidung. Da sollen die bestmöglichen Kräfte die Finalqualifikation bewerkstelligen. Vielleicht steht ja Freiamt im Dezember wieder Willisau gegenüber und kann dann dem Erzrivalen mehr auf den Zahn fühlen.

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