Ringen

Trotz Niederlage: Freiämter Ringer holten die Spannung zurück

Manuel Jakob (kniend) bei einem gelungenen Beinangriff gegen Benno Jungo, den er schliesslich bezwang. WR

Manuel Jakob (kniend) bei einem gelungenen Beinangriff gegen Benno Jungo, den er schliesslich bezwang. WR

Zwar hat die Ringerstaffel Freiamt den ersten Halbfinalfight gegen Rivale Hergiswil 15:17 verloren. Doch das Aufbäumen in der Schlussphase hält die Spannung für den Rückkampf im Luzerner Hinterland aufrecht.

650 lautstarke Zuschauer erlebten in der renovierten Bachmattenhalle einen nervenaufreibenden Kampf um den Finaleinzug. Beide Trainer griffen bei der Aufstellung in die Trickkiste und überraschten den Gegner mit taktischen Varianten.

Den Gästen aus der Innerschweiz fehlte der Freiburger Leichtgewichter Pascal Jungo. So gelang Nino Leutert gegen Ersatzringer Patrick Rölli mit einem 6:0-Punktesieg ein optimaler Freiämter Auftakt.

Darauf übernahmen die Luzerner das Zepter. Roman Zurfluh ging gegen Thomas Suppiger zu mutig zur Sache und bezahlte seine Risikobereitschaft mit einer Schulterniederlage. Im Duell zweier Schwingereidgenossen unterlag Pascal Gurtner für Freiamt Martin Suppiger 0:11.

Ein böses Erwachen gabs für den kränkelnden Weinfelder Thomas Wild. Zu Saisonbeginn hatte er Thomas Wisler bis 61 kg Greco sicher geschlagen. Jetzt verlor er den Kampf 5:6.

Michael Buchers Exploit

Randy Vock erknorzte sich in einem weiteren epischen Duell gegen Marco Hodel einen 3:1-Punktesieg, was aber nur 2:1 Mannschaftspunkte eintrug. Der Pausenstand von 6:10 lag deutlich unter den Erwartungen der Gastgeber.

Weil die zweiten fünf Mattenduelle gemäss Papierform nur zwei Freiämter Siege erwarten liessen, zeichnete sich eine empfindliche Schlappe für das Team von Adi Bucher ab.

Michael Bucher erhob Einspruch. Kaum von einer Rückenoperation genesen, zeigte der 19-jährige Merenschwander dem doppelt so alten Istvan Dencsik den Meister. Mit blitzschnellen Doppelbeinangriffen verdiente sich der filigrane Techniker eine 6:2-Führung. Der Ungare bewahrte Ruhe und wendete das Blatt.

Aber Bucher gab trotz Anzeichen von Erschöpfung nicht auf. Er stellte den Angriff um und schnappte sich 16 Sekunden vor Ablauf der Zeit die entscheidende Einerwertung zum 7:6-Sieg. Im Duell zweier Freiburger rettete Manuel Jakob für Freiamt ein 4:3 über die Zeit.

Unmut über Kampfrichter

In den letzten zwei Greco-Kämpfen entlud sich der Unmut des Freiämter Publikums über den alles andere als heimfreundlichen Kampfrichter. Zuerst sah sich Jayan Göcmen für seinen starken Kampf gegen den Altinternationalen Patrick Stadelmann mit 4:7 schlecht belohnt. Dann verweigerte der Ostschweizer Unparteiische Pascal Strebel die fälligen Passivitätspunkte gegen den defensiven Freistilspezialist Martin Grüter.

Nur die Übersicht der beiden anderen Kampfrichter verhinderte eine deutlichere Verzerrung der Wertungen. Strebel musste sich mit einem 9:0-Punktesieg begnügen. Immerhin rückte die Freiämter Staffel in den letzten drei Kämpfen von 8:15 auf 15:17 heran.

«Dank der Steigerung nach der Pause bleiben unsere Chancen intakt. Mit einem guten Lauf in Hergiswil liegt der Final drin», zeigte sich Freiamts Adi Bucher trotz des schwachen Beginns zufrieden. Hergiswils Sportchef Peter Kunz pflichtete bei: «Dieser Halbfinal beginnt in einer Woche beinahe wieder bei null.»

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