Selbst damals wäre aber so viel der weissen Pracht ungewöhnlich gewesen. «Die ersten Schneetage waren sensationell. Wir hatten super Pistenverhältnisse.» Allerdings liessen sie den Lift lediglich am Wochenende vom 8./9. Dezember laufen sowie am vergangenen Mittwoch. Weil keine Schulferien sind, ziehe es an den anderen Tagen zu wenig Schneesportler auf den Lindenberg. Über die drei Tage konnten sie aber fast 600 Schneesportler zählen.

Am vergangenen Wochenende war es dann aber bereits vorbei mit dem Ski- und Snowboardfahren vor der Haustüre. Die warmen Temperaturen wären noch gegangen, so Waser, doch der Regen habe den Schnee weggefressen. «Es hat nur noch einige Flecken Schnee. Das tut weh.» Denn er und seine Helfer hätten viel Zeit ins Präparieren der Piste gesteckt.

Schulferien sind die wichtigste Zeit

Trotz des frühen Saisonstarts ist für Alois Waser und seine Frau Margot, welche gemeinsam den Skilift betreiben, der Winter noch nicht gerettet. Viel wichtiger sind für sie die Schulferien, insbesondere über Weihnachten. «Letztes Jahr konnten wir den Skilift lediglich während zehn Tagen laufen lassen. Aber während der Weihnachtsferien», erinnert sich Waser. Damals seien die Wintersportler in Scharen gekommen. Auch in den Sportferien läuft der Skilift bei genügend Schnee alle Tage. Dann kämen aber etwas weniger Leute als zwischen Weihnachten und Neujahr, weil dann viele Familien Ferien im Bündnerland oder im Wallis machten.

Dieser Tage hoffen er und seine Frau noch auf weisse Weihnachten. «Im Moment sieht es aber nicht danach aus.» Ansonsten werde es schwierig, die Kosten decken zu können. Denn für Betriebsbewilligung, Versicherung, sowie die Arbeiten fürs Instandstellen von Lift und Piste belaufen sich die Kosten auf rund 5000 Franken. Bei Preisen von 6 Franken respektive 8 Franken für Erwachsene pro fünf Fahrten muss dies erst einmal erwirtschaftet werden. «In den letzten zehn Jahren haben wir eher draufgelegt», sagt Waser. Dies im Gegensatz zu früher, als der Lift drei bis vier Monate gelaufen ist.

Idee: Verein könnte Lift betreiben

Unter anderem wegen der fehlenden Schneesicherheit des auf einer Höhe von 750 bis 818 Metern über Meer liegenden Skilifts machen sich Wasers Gedanken, wie es weitergehen soll. Beide haben Vollzeitjobs und möchten mit ihren 52 Jahren auch mal etwas kürzertreten. In zwei, drei Jahren würden sie den Skilift gerne an Nachfolger übergeben. Doch ist derzeit niemand in Sicht. «Perfekt wäre es, wenn dafür ein Verein gegründet würde», schlägt Waser vor. Über Jahresbeiträge oder Gönnerbeiträge könnte ein Teil der Kosten gedeckt werden. Zudem würden die Arbeiten für den Skiliftbetrieb auf mehr als die bisherigen zwei Schultern verteilt.

«Ich werde dafür Kämpfen, dass es den Skilift weiterhin gibt. Es wäre schade, wenn nicht», betont Waser. Was es vor allem brauche, sei Idealismus und Freude am Wintersport.