Wohlen

Trotz 100 Mülleimern: Abfallsünder lassen täglich Dosen und Flaschen an der Bünz liegen

© Natasha Hähni

Am Bünzufer sind Dosen, Verpackungen und anderer Müll leider alltäglich.

Tatsächlich sind Dosen auffällig oft an und auch in der Bünz zu finden, wie Stephan Gehrig aus Waltenschwil, Fischereiaufseher der Bünzreviere 102 und 82, erklärt. Doch auch Plastik-Säcke, PET-Flaschen, Verpackungen und Glasflaschen sind an der Tagesordnung. Am schlimmsten sei die Situation bei den Ruhebänken, obwohl dort kein Mangel an Mülleimern herrscht.

Das bestätigt auch Werkmeister Bruno Hunkeler: «Im Raum Wohlen-Anglikon sind rund 60 Robidog und 100 reguläre Mülleimer aufgestellt.» Trotzdem ist der Müll ein fester Bestandteil des Landschaftsbildes. «Wenn der Schnee im Frühling schmilzt, kommt viel Abfall zum Vorschein», erzählt Hunkeler. Das sei jedes Jahr so.

Wieso die ständige Verschmutzung unserer Umgebung? Eine mögliche Erklärung ist das sogenannte «Broken-Window-Syndrom». Gemeint ist das Phänomen, dass Menschen dazu neigen, beschädigte Objekte, wie ein Auto mit einer eingeschlagenen Fensterscheibe, weiter zu verunstalten, während Intaktes weniger davon betroffen ist.

Wenn also Abfall an der Bünz liegt, verleitet das die Leute theoretisch eher dazu, ihren Müll auch liegen zu lassen, als wenn kein Abfall rumliegen würde. Eine andere Erklärung ist, dass die Leute einfach zu faul sind, die paar Schritte zum nächsten Mülleimer zu gehen, oder es nicht als cool angesehen wird, den Abfall im dafür vorgesehenen Behälter zu entsorgen.

Wer erwischt wird, zahlt Busse

Trotz allen möglichen Erklärungen: Littering ist schädlich für uns und unseren Lebensraum. Stephan Gehrig meint, man müsste die Leute schneller anzeigen und das Strafmass höher ansetzen. Im Aargau beträgt die Busse für das Verunreinigen von öffentlichem Grund aktuell zwischen 50 und 150 Franken. Ähnlich wie Gehrig sieht es Hunkeler.

ensibilisierungskampagnen seien zwar ein guter Ansatz, würden aber häufig nicht den erwünschten Effekt haben. Wichtig sei vor allem, ein bundesweit einheitliches Strafmass zu schaffen. Heute ist Littering in 18 Kantonen strafbar. In den anderen kann man ungestraft Zigarettenstummel und Ähnliches liegenlassen. Jemanden in flagranti zu erwischen, sei aber nicht immer einfach und gebüsst werde deshalb eher selten, verrät Marco Veil, Chef der Regionalpolizei: «Wenn man ein Polizeiauto oder einen Polizisten in Uniform sieht, lässt man grundsätzlich weniger Abfall liegen.»

Ob mit oder ohne Verschärfung der Strafen – ein bewussterer Umgang mit Abfall würde der Umwelt, den Tieren und vor allem auch den Wohlerinnen und Wohlern guttun, die die Bünz als Naherholungsgebiet nützen.

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