Fischbach-Göslikon
Tropische Früchte wachsen im Reusstaldorf

Als einziger Deutschschweizer baut Christian Weber Wassermelonen an. In diesem Jahr fällt die Ernte eher mässig aus, die niedrigen Temperaturen im Frühjahr sind dafür verantwortlich.

Lisa Stutz
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Landwirt Christian Weber baut auf seinem Feld in Fischbach-Göslikon Wassermelonen an.

Landwirt Christian Weber baut auf seinem Feld in Fischbach-Göslikon Wassermelonen an.

Keystone

Süss, knackig, frisch: Die Wassermelone ist in der Sommerzeit sehr beliebt. Doch woher kommen die pink/grünen Früchte, die wir in den Läden kaufen? «Grösstenteils aus Italien oder Spanien», sagt Christian Weber. «Oder aus Fi-Gö. Ich bin der einzige Deutschschweizer, der Wassermelonen anbaut.»

Dafür, dass die Wassermelonenproduktion in unseren Breitengraden funktioniert, brauche es nur eine Prise Glück. «Es muss warm sein. Nicht nur am Tag, sondern auch in der Nacht», erklärt der Landwirt. «Und es darf weder hageln noch zu oft regnen.» Heuer sei die Ernte eher mässig. «Anfangs Mai säten wir an. Durch die schlechten Wetterbedingungen sind die Früchte zu spät und teils schlecht gewachsen», erklärt Weber.

Auf drei Hektaren Land hat er Wassermelonen angepflanzt. «Pro Hektare können normalerweise rund 15 000 Wassermelonen geerntet werden. In diesem Jahr können wir alles in allem nur 7000 Melonen ernten», bedauert er.

Jene Wassermelonen, die trotz des schlechten Wetters gut gewachsen sind, schmecken dafür umso besser. «Sie sind sehr süss. Bei den Kunden kommen sie super an.» Bei vielen Leuten stosse er mit seinem Wassermelonen-Anbau aber auch auf Verwunderung.

Ganz unrecht haben Zweifler jedoch nicht: «Wegen der Abhängigkeit vom Wetter schwingt beim Anbau ein grosses Risiko mit», erklärt Weber. Das sei einer der Gründe, weshalb seine drei Kollegen, mit denen er vor vier Jahren mit dem Wassermelonen-Anbau begonnen hat, wieder ausgestiegen sind. «Auch der grosse Aufwand hält viele Landwirte in der Region davon ab, Wassermelonen anzubauen.»

Wieso lässt sich Weber davon nicht abschrecken? «Ich mag die Wassermelonen mittlerweile zu sehr», schmunzelt er. «Ausserdem muss man sich als Landwirt eine Nische, etwas Spezielles, suchen, um überleben zu können.» Dies hat er in den letzten Jahren in die Wege geleitet: «Mittlerweile gibt es schon fast einen kleinen Fanklub unserer Wassermelonen.»

Einige Leute kämen regelmässig auf den Hof, um Melonen aus der Region zu kaufen. Doch noch sei sein Wassermelonen-Anbau zu wenig bekannt: «Die Leute sollen wissen, dass es eine regionale Alternative zu den Melonen aus dem Süden gibt.» Die Früchte können auf seinem Hof in Fischbach-Göslikon bezogen werden und in verschiedenen Migros-, Landi- und Volg-Filialen, die Weber durch die Firma Unicorn beliefert.

Im letzten Jahr schrieb Weber zum ersten Mal schwarze Zahlen. «Ich habe langsam den Dreh raus, wie der Anbau funktioniert», erzählt er. «Doch wenn das Wetter nicht will, kann ich nichts ändern.» Für Weber steht fest, dass er mit dem Wassermelonen-Anbau so schnell nicht wieder aufhören wird.

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